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OECD Migration Outlook: Spanien unter den Top 5 weltweit nach Rekord von 368.000 Ankünften

Nov. 6, 2025
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OECD Migration Outlook: Spanien unter den Top 5 weltweit nach Rekord von 368.000 Ankünften
Spaniens Rolle als bedeutender Einwanderungsstandort wurde am 5. November mit der Veröffentlichung des OECD-Berichts „International Migration Outlook 2025“ endgültig bestätigt. Dem Bericht zufolge nahm Spanien im Jahr 2024 368.000 neue dauerhafte Einwanderer auf – fast 50 % mehr als vor der Pandemie und damit Platz fünf unter den 38 OECD-Mitgliedern, hinter den USA, Deutschland, Kanada und Großbritannien. Mehr als die Hälfte der Zuwanderung erfolgte über Familien- und Freizügigkeitswege, während Arbeits- und humanitäre Einreisen etwa 11 % ausmachten.

Hinter dieser Zahl verbirgt sich ein tiefgreifender Wandel auf dem Arbeitsmarkt. Die Unabhängige Finanzbehörde (AIReF) schätzt, dass seit 2022 durch Einwanderung 190.000 neue Haushalte entstanden sind, was die Konsumnachfrage direkt ankurbelt und fast die Hälfte des Wachstumsvorsprungs Spaniens gegenüber dem Euroraum erklärt. Besonders profitieren Branchen wie Gesundheitswesen, Bau und Landwirtschaft, die unter chronischem Arbeitskräftemangel leiden, da die Bevölkerung Spaniens altert. Die OECD warnt jedoch, dass dieser demografische Rückenwind bereits ab 2026 nachlassen könnte, wenn die Wohnkosten weiter steigen und EU-Wiederaufbaufonds auslaufen.

Für die Politik ist die Botschaft klar: Die jüngsten Reformen müssen gefestigt, die Anerkennung ausländischer Qualifikationen beschleunigt und Ausbildungen ausgeweitet werden, damit Neuankömmlinge schnell in qualifizierte Jobs einsteigen können. Die für Mai 2025 geplante Überarbeitung der Einwanderungsverordnung – mit vereinfachten Verlängerungen von Aufenthaltsgenehmigungen, Verlängerung der Arbeitssuchendenvisa auf 12 Monate und fünf neuen Legalisierungswegen – wurde von der OECD als Vorbild für eine flexible, arbeitsmarktorientierte Migrationspolitik hervorgehoben. Analysten warnen jedoch, dass es weiterhin Integrationsengpässe gibt, insbesondere im sozialen Wohnungsbau und bei regionalen Stellen zur Anerkennung von Abschlüssen.

OECD Migration Outlook: Spanien unter den Top 5 weltweit nach Rekord von 368.000 Ankünften


Für Arbeitgeber unterstreichen die Zahlen, warum proaktive Talentstrategien unverzichtbar sind. Multinationale Unternehmen in Spanien sollten ihre Personalplanungen überprüfen: Nach 2026 könnte das Angebot an einheimischen Arbeitskräften wieder knapper werden, weshalb die fortgesetzte Nutzung internationaler Rekrutierung, innerbetrieblicher Versetzungen und beschleunigter Genehmigungsverfahren nach dem Unternehmergesetz unerlässlich bleibt. Personalabteilungen wird empfohlen, die kommenden ministeriellen Verordnungen zu beobachten, die die neue Regelung bis Anfang 2026 auf Provinzebene umsetzen werden.

Für global mobile Fachkräfte ist Spanien aufgrund seines milden Klimas, der wettbewerbsfähigen Lebenshaltungskosten und eines zunehmend flexiblen Visasystems attraktiv. Allerdings zeichnen sich Kapazitätsengpässe ab: Einige Einwanderungsämter in Madrid und Barcelona berichten von Wartezeiten für Termine von sechs bis acht Wochen. Unternehmen sollten daher bei der Planung von Entsendungen mehr Vorlaufzeit einplanen und sekundäre Städte wie Valencia, Málaga oder Bilbao in Betracht ziehen, wo die Bearbeitung schneller erfolgt und regionale Regierungen Umzugsanreize bieten.

Kurz gesagt: Spaniens demografische Entwicklung dreht sich nicht mehr um Auswanderung, sondern darum, eine der größten und vielfältigsten Einwandererarbeitskräfte Europas zu nutzen, um das Wachstum auf Kurs zu halten. Ob dies gelingt, hängt von der nächsten Reformwelle im Bereich Integration und Arbeitsmarkt ab, die derzeit in Madrid vorbereitet wird.
Quelle: Sur in English

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