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Österreich verlängert verpflichtende Orientierungskurse und führt Zehn-Punkte-Integrationsdeklaration für Flüchtlinge ein

Nov. 14, 2025
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Österreich verlängert verpflichtende Orientierungskurse und führt Zehn-Punkte-Integrationsdeklaration für Flüchtlinge ein
Die Integrationslandschaft in Österreich steht vor einem grundlegenden Wandel. Bei einer Pressekonferenz in Wien am 13. November 2025 stellte Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) einen Entwurf für ein Bundesprogramm vor, das die verpflichtenden „Werte- und Orientierungskurse“ für anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte von bisher drei auf fünf aufeinanderfolgende Tage ausdehnen soll. Die Reform, die noch der endgültigen Kabinettsgenehmigung bedarf, aber breite Unterstützung in der Koalition genießt, soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten.

Das überarbeitete Curriculum umfasst fünf thematische Module: „Deutsch & Bildung“, „Arbeit & Eigenverantwortung“, „Staat & Demokratie“, „Sicherheit & Zusammenhalt“ sowie „Zugehörigkeit & Ehrenamt“. Jeder Block verbindet Unterricht im Klassenraum mit praktischen Workshops und Exkursionen; geplante Besuche reichen von Holocaust-Gedenkstätten bis zu lokalen Freiwilligen Feuerwehren. Eine Echtzeit-Übersetzung in elf Sprachen wird angeboten, um das Verständnis sicherzustellen. Nach Abschluss müssen die Teilnehmer eine neue zehn Punkte umfassende „Integrationsdeklaration“ unterzeichnen, in der sie sich verpflichten, Rechtsstaatlichkeit, Gleichstellung der Geschlechter und österreichische Gepflogenheiten zu respektieren, fleißig Deutsch zu lernen, eine Beschäftigung anzustreben und aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen.

Österreich verlängert verpflichtende Orientierungskurse und führt Zehn-Punkte-Integrationsdeklaration für Flüchtlinge ein


Das Fernbleiben vom gesamten Kurs oder die Verweigerung der Unterzeichnung der Deklaration führen zu gestaffelten Sanktionen. Diese beginnen mit Kürzungen der Integrationsleistungen und können bis zu Verwaltungsstrafen und letztlich dem Entzug des Aufenthaltstitels führen. Laut dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zeigte die Pilotphase – die Anfang des Jahres mit 900 Teilnehmern in Niederösterreich und der Steiermark getestet wurde – eine Teilnahmequote von 92 Prozent sowie positives Feedback von Arbeitgebern, die an den Arbeitsskill-Modulen teilnahmen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind erheblich. Viele multinationale Unternehmen sind auf Flüchtlinge angewiesen, um Einstiegsstellen in Logistik, Gastronomie und Produktion zu besetzen. Personalabteilungen müssen ihre Einarbeitungspläne anpassen, da neue Mitarbeiter womöglich eine volle Arbeitswoche im Kurs verbringen, bevor sie ihre Tätigkeit aufnehmen. Positiv ist, dass Unternehmen standardisierte Nachweise über Kursabschluss und Integrationsdeklaration erhalten, was die Compliance-Prüfungen bei Verlängerungen der Rot-Weiß-Rot-Karte planbarer macht.

Der verschärfte Kurs reagiert auch auf politischen Druck für ein „Fordern und Fördern“. Ministerin Plakolm betonte, Integration sei „eine Pflicht, keine Einladung“ und griff damit die Linie von Innenminister Gerhard Karner zur Reduzierung der Asylzahlen auf. NGOs begrüßten das erweiterte Curriculum, warnten jedoch, dass Zwangselemente kontraproduktiv sein könnten, wenn sie nicht von ausreichenden Sprachlernangeboten und Kinderbetreuung begleitet werden. In den kommenden sechs Wochen wird der Migrationsausschuss des Parlaments den Erlass prüfen, wobei Beobachter nur geringfügige Änderungen vor der endgültigen Verabschiedung erwarten.
Quelle: Kurier

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