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Konsultation zur „verdienten Niederlassung“ gestartet: Großbritannien plant Verdopplung der Aufenthaltsdauer für die meisten Migranten

Nov. 23, 2025
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Konsultation zur „verdienten Niederlassung“ gestartet: Großbritannien plant Verdopplung der Aufenthaltsdauer für die meisten Migranten
Das Innenministerium hat stillschweigend ein 110-seitiges Konsultationsdokument veröffentlicht, das die radikalste Reform der Regeln für den dauerhaften Aufenthalt seit Einführung des punktebasierten Systems vor 17 Jahren skizziert. Unter dem Titel „Earned Settlement“ soll der bisher weitgehend automatische fünfjährige Qualifikationszeitraum für die unbefristete Niederlassungserlaubnis (Indefinite Leave to Remain, ILR) durch eine Basis von zehn Jahren ersetzt werden, die je nach „Charakter, Integration, Beitrag und Aufenthaltsdauer“ des Migranten nach oben oder unten angepasst werden kann.

Laut dem Entwurf könnten gutverdienende Steuerzahler mit einem Einkommen von mindestens 125.140 £ über drei aufeinanderfolgende Jahre die ILR in nur drei Jahren erhalten, während Visa-Inhaber mit geringfügigen Regelverstößen oder Phasen mit Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen mit Wartezeiten von bis zu 30 Jahren rechnen müssten. Für alle wirtschaftlichen Migranten würden zudem höhere Anforderungen an Englischkenntnisse auf B2-Niveau sowie ein verpflichtender „Life in the UK“-Test gelten.

Konsultation zur „verdienten Niederlassung“ gestartet: Großbritannien plant Verdopplung der Aufenthaltsdauer für die meisten Migranten


Die bis zum 12. Februar 2026 laufende Konsultation sieht ausdrücklich eine rückwirkende Anwendung vor, was bedeutet, dass die rund 900.000 Personen, die bereits über Arbeits- und Studienwege eine Niederlassung anstreben, ihre „Uhren zurückgesetzt“ bekommen, sofern sie nicht unter die begrenzten Übergangsregelungen fallen. Diese Aussicht sorgt insbesondere in Branchen wie der Sozialpflege und Gastronomie für Besorgnis, die auf niedrig bezahlte Stellen angewiesen sind, die voraussichtlich nicht die neuen wirtschaftlichen Beitragsgrenzen erfüllen.

Für Arbeitgeber ergeben sich daraus unmittelbare Handlungsfelder: Sie sollten ihre gesponserten Mitarbeiter, die sich dem fünfjährigen Zeitraum nähern, überprüfen, mögliche Gehaltserhöhungen modellieren, die eine schnellere Niederlassung nach den neuen Regeln ermöglichen, und entscheiden, ob ILR-Anträge vor Inkrafttreten des neuen Systems – möglicherweise bereits im April 2026 – vorgezogen werden sollten. Da unter dem Plan ein Rückgang der Nettozuwanderung um 90.000 pro Jahr prognostiziert wird, sollten interne Mobilitätsteams zudem langfristige Personalstrategien überdenken und alternative Einwanderungskategorien wie den Global Talent-Route in Betracht ziehen.

Während einige Aspekte – etwa strengere Überprüfungen bei Straffälligkeit – parteiübergreifend unterstützt werden, warnen Wirtschaftsverbände wie der CBI und techUK davor, dass rückwirkende Änderungen das Vertrauen von Investoren beeinträchtigen könnten. Das Innenministerium hat signalisiert, für „gezielte Anpassungen“ auf Basis des Konsultationsfeedbacks offen zu sein, weshalb Unternehmensbeiträge in den kommenden Wochen von großer Bedeutung sind.
Quelle: Lewis Silkin

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