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„Schwierig und sogar gefährlich“: Belgien will sein Visumantragsverfahren vereinfachen

Dez. 2, 2025
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„Schwierig und sogar gefährlich“: Belgien will sein Visumantragsverfahren vereinfachen
Der belgische Bundesombudsmann hat das Außenministerium und das Einwanderungsamt aufgefordert, das Visumantragsverfahren des Landes grundlegend zu überarbeiten, nachdem er jahrelang Beschwerden über Sicherheitsrisiken und bürokratische Hürden erhalten hatte. Derzeit müssen die meisten Drittstaatsangehörigen persönlich bei einer belgischen Botschaft oder einem Konsulat vorsprechen, um ihre Unterlagen einzureichen – selbst wenn dies die Durchquerung von Konfliktgebieten oder Reisen über Hunderte von Kilometern erfordert. In einem wegweisenden Urteil von 2023 (der „Afrin“-Fall) entschied der Europäische Gerichtshof, dass Mitgliedstaaten nicht systematisch auf physischer Anwesenheit bestehen dürfen, wenn dies das Recht auf Familienzusammenführung beeinträchtigt. Dennoch behandelt Belgien die Möglichkeit der Fernantragstellung weiterhin als Ausnahme.

Der neue Bericht des Ombudsmanns, veröffentlicht am 1. Dezember 2025, empfiehlt, das „Afrin-Verfahren“ – das in Extremfällen die Einreichung per E-Mail erlaubt – zu einem regulären digitalen Kanal auszubauen und sichere Video-Interviews zur biometrischen Erfassung einzuführen. Zudem fordert er einheitliche Bearbeitungszeiten, bessere Begründungen bei Ablehnungen und eine zentrale Terminplattform, um die derzeitige „Botschaftslotterie“ zu beenden, bei der Antragsteller monatelang auf einen Termin in stark frequentierten Vertretungen wie Kinshasa, Ankara oder Islamabad warten müssen.

„Schwierig und sogar gefährlich“: Belgien will sein Visumantragsverfahren vereinfachen


Für multinationale Unternehmen und Universitäten, die auf Talente aus Nicht-EU-Staaten angewiesen sind, könnten die Vorschläge die Bearbeitungszeiten drastisch verkürzen und teure Reisen der Bewerber reduzieren. Personalabteilungen könnten Visaanträge künftig aus der Ferne starten und nach der Ankunft nur noch einen einzigen biometrischen Termin vor Ort vereinbaren – ähnlich dem französischen „Welcome Talent“-Verfahren. Mobilitätsberater sind überzeugt, dass Belgien mit der Umsetzung der Änderungen zu Best-Practice-Ländern wie den Niederlanden aufschließen würde, die 2024 die vollständige elektronische Antragstellung für Hochqualifizierte eingeführt haben.

Diplomaten räumen ein, dass die Reform Investitionen in sichere IT-Plattformen und zusätzliche Schulungen für das Personal erfordert, weisen aber darauf hin, dass Belgien bereits das erfolgreiche Portal „Working in Belgium“ für Arbeitserlaubnisanträge betreibt. Die Erweiterung dieses Systems auf Kurz- und Langzeitvisa wäre daher relativ unkompliziert.

Wie geht es weiter? Das Ministerium hat sechs Monate Zeit, auf die Empfehlungen des Ombudsmanns zu reagieren. Beobachter erwarten eine schrittweise Einführung, beginnend mit Familienzusammenführungs- und Studentenvisa Ende 2026, gefolgt von Geschäfts- und humanitären Kategorien. Unternehmen wird geraten, ihre Mobilitätspläne für 2026 jetzt zu prüfen und Notfallbudgets einzuplanen, falls die aktuellen Präsenzpflichten länger als erwartet bestehen bleiben.
Quelle: The Brussels Times

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