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Peking warnt europäische Hauptstädte stillschweigend, Visa für taiwanesische Beamte zu verweigern

Jan. 14, 2026
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Peking warnt europäische Hauptstädte stillschweigend, Visa für taiwanesische Beamte zu verweigern
China hat eine wenig beachtete, aber hochgradig koordinierte Kampagne verstärkt, um die Auslandsreisen der politischen Führung Taiwans einzuschränken. Laut Angaben von mehr als einem halben Dutzend europäischer Diplomaten, die The Guardian zitiert, haben chinesische Botschaften Ende 2025 und Anfang 2026 formelle „Demarches“ persönlich und schriftlich an mindestens ein Dutzend EU-Regierungen übermittelt. In den sogenannten Notes Verbales wurde argumentiert, dass das Schengen-Grenzrecht die Mitgliedstaaten verpflichtet, Reisenden die Einreise zu verweigern, die „die internationalen Beziehungen gefährden könnten“, und dass die Aufnahme taiwanesischer Kabinettsmitglieder daher Pekings „rote Linien“ überschreitet.

Europäische Beamte bewerten die rechtliche Begründung als dünn und weisen darauf hin, dass der Schengen-Grenzkodex den nationalen Behörden einen weiten Ermessensspielraum einräumt und dass die EU-Institutionen – nicht Peking – den Anwendungsbereich auslegen. Mehrere Regierungen, darunter das Vereinigte Königreich, Finnland und Norwegen, haben bereits Widerstand geleistet und den chinesischen Partnern klargemacht, dass die Visaerteilung eine souveräne Angelegenheit bleibt. Hinter den Kulissen räumen Diplomaten jedoch ein, dass kleinere Hauptstädte wirtschaftliche Vergeltungsmaßnahmen fürchten, wenn sie die Warnungen ignorieren.

Peking warnt europäische Hauptstädte stillschweigend, Visa für taiwanesische Beamte zu verweigern


Analysten sehen die Druckkampagne als Fortsetzung von Pekings langjährigem Bemühen, Taiwans internationalen Handlungsspielraum zu verkleinern, ohne eine direkte Konfrontation zu provozieren. Durch die Kontrolle von Visa kann China die Kosten für Reisen auf Ministerebene erhöhen, Taiwans außenpolitische Präsenz verringern und Treffen mit Drittstaaten verhindern, die Taipeh politische Legitimität verleihen.

Für Manager der Unternehmensmobilität ist dieser Vorfall eine Erinnerung daran, dass Spannungen über die Taiwanstraße auch scheinbar routinemäßige Geschäftsreisen beeinträchtigen können. Führungskräfte, die Veranstaltungen mit taiwanesischen Regierungsvertretern oder sogar hochrangigen Technokraten planen, sollten die Visapolitik des Gastlandes genau prüfen und alternative Veranstaltungsorte bereithalten. Unternehmen, die auf EU-weite Reisefreiheit setzen, sollten beachten, dass die Mitgliedstaaten nationale Visa ausstellen und der Druck bilateral ausgeübt wird.

Mittelfristig könnten Compliance-Teams beobachten müssen, ob China seine Auslegung von „Gefährdung der internationalen Beziehungen“ auf Handelsdelegationen, akademische Austauschprogramme oder multilaterale Konferenzen mit taiwanesischer Beteiligung ausweitet. Eine schleichende Verschärfung der Einreisebestimmungen könnte alles erschweren – von Audits in der Halbleiterlieferkette bis hin zu Investoren-Roadshows, bei denen taiwanesische Führungskräfte auf der Bühne stehen.
Quelle: The Guardian

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