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Das Außenministerium hat seit Januar 2025 mehr als 100.000 US-Visa widerrufen

Jan. 13, 2026
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Das Außenministerium hat seit Januar 2025 mehr als 100.000 US-Visa widerrufen
Im ersten Jahr nach Amtsantritt hat die Trump-Administration stark auf die Visarücknahme als zentralen Bestandteil ihrer „extremen Überprüfungs“-Agenda gesetzt. Ein Sprecher des Außenministeriums bestätigte diese Woche, dass zwischen dem 20. Januar 2025 und dem 10. Januar 2026 über 100.000 Nichteinwanderungsvisa annulliert wurden – ein Rekordwert für einen Zeitraum von zwölf Monaten. Darunter waren etwa 8.000 Studentenvisa und 2.500 Arbeitsvisa, die nach Verhaftungen wegen Delikten von Trunkenheit am Steuer bis hin zu Körperverletzung entzogen wurden.

Behörden erklären, dass diese Zahlen Teil einer umfassenderen Strategie sind, die Visa als „kontinuierlich überprüfbare Privilegien“ betrachtet. Nach neuen Richtlinien teilen Konsulate in Echtzeit Verhaftungsdaten mit einem neu eingerichteten Continuous Vetting Center in Virginia. Sobald ein Alarm ausgelöst wird, können Beamte den Visastatus in der Konsular-Datenbank vermerken und das Reisedokument elektronisch ungültig machen – oft noch bevor der Reisende davon erfährt. Fluggesellschaften werden über das Advance Passenger Information System (APIS) informiert und verweigern dann das Boarding.

Das Außenministerium hat seit Januar 2025 mehr als 100.000 US-Visa widerrufen


Für Unternehmen, die auf ausländische Fachkräfte angewiesen sind, bringt diese Politik eine neue Unsicherheitsebene. Ein H-1B-Ingenieur, der eine Ordnungswidrigkeit erhält, könnte beispielsweise mitten im Einsatz sowohl sein Visum als auch die genehmigte Petition verlieren, was zu einer ungeplanten Abreise und Projektverzögerungen führt. Auch Universitäten haben Schwierigkeiten, internationale Studierende zu beruhigen, deren F-1-Status zwar gültig ist, deren Einreisevisa jedoch wegen geringfügiger Verstöße widerrufen wurden. Einige Hochschulen raten ihren Studierenden inzwischen, während der Frühlingsferien nicht ins Ausland zu reisen, bis sich die Lage beruhigt.

Einwanderungsanwälte weisen darauf hin, dass großflächige Visarücknahmen auch die Arbeitsbelastung der Konsulate erhöhen: Jeder Betroffene muss einen neuen Antrag stellen und ein persönliches Interview absolvieren, wenn er zurückkehren möchte. Das könnte die ohnehin langen Wartezeiten in stark frequentierten Konsulaten wie Mumbai, São Paulo und Peking weiter verlängern. Kritiker, darunter die American Immigration Lawyers Association, werfen der Regierung vor, unter dem Deckmantel der öffentlichen Sicherheit ideologische Ziele zu verfolgen. Sie verweisen auf Berichte, wonach einige Studentenvisa vor allem wegen pro-palästinensischer Aktivitäten in sozialen Medien entzogen wurden. Das Außenministerium betont hingegen, dass alle Entscheidungen faktenbasiert und rechtlich haltbar seien.

Praktischer Tipp: Arbeitgeber sollten die Überwachung von Verhaftungen und Ordnungswidrigkeiten in ihre Compliance-Checklisten für Mobilität aufnehmen und Visuminhaber darauf hinweisen, dass bereits kleinere Verstöße eine automatische Visarücknahme auslösen können; eine vorherige Beratung vor Auslandsreisen ist jetzt unerlässlich.
Quelle: Reuters

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