
China hat sein einseitiges visumfreies Programm stillschweigend auf zwei seiner größten westlichen Herkunftsmärkte ausgeweitet – Kanada und das Vereinigte Königreich. Inhaber regulärer Reisepässe dürfen nun bis zu 30 aufeinanderfolgende Tage für Tourismus, Geschäftsbesuche, Familienbesuche und Transit im Land bleiben. Die Änderung, die am 17. Februar 2026 in Kraft trat und am 21. Februar offiziell vom Außenministerium bestätigt wurde, beseitigt den bürokratischen Aufwand, der bisher mindestens eine Woche mit Formularen, Fingerabdruckterminen und Expressversandkosten pro Reisendem erforderte. Fluggesellschaften und Reiseplattformen reagierten nahezu sofort. Flugpläne in globalen Vertriebssystemen zeigen für das zweite Quartal 2026 einen Kapazitätsanstieg auf den UK-China-Strecken um 18 Prozent, während kanadische Airlines zusätzliche Slots für Shanghai Pudong und Guangzhou Baiyun beantragt haben. Geschäftsreisemanager berichten, dass die Maßnahme es Verkaufsteams ermöglicht, kurzfristige Meetings auf Messen in Städten wie Shenzhen und Chengdu anzunehmen, wo Visa-Termine bisher kaum innerhalb derselben Woche zu bekommen waren. Es gibt jedoch klare Grenzen: Bezahlte Arbeit – etwa technische Einsätze, bezahlte Auftritte oder Aufenthalte über 30 Tage – bleibt unter der Visumfreiheit verboten; Besucher müssen Pässe mit mindestens sechs Monaten Gültigkeit besitzen und einen Nachweis über die Weiterreise vorlegen. Personalabteilungen passen ihre Mobilitätsrichtlinien an, um sicherzustellen, dass Mitarbeiter auf Problemlösungseinsätzen keine „produktive Arbeit“ verrichten, die ein Z-Arbeitsvisum erfordern würde. Für China ergeben sich doppelte Vorteile: Analysten von CICC schätzen, dass die beiden Länder 2026 zusätzlich rund 620.000 Besucher anziehen könnten, was direkte Ausgaben von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar bedeutet. Zudem gewinnt Peking diplomatisches Ansehen, indem es zeigt, dass es Einreisebestimmungen lockern kann, während andere große Volkswirtschaften diese verschärfen. Beobachter erwarten, dass die Behörden die Ankunftszahlen genau beobachten, bevor sie über eine Verlängerung oder Ausweitung der Visumfreiheit über den aktuellen Stichtag am 31. Dezember 2026 hinaus entscheiden.
Quelle: Travel and Tour World