
In einem offenen Brief vom 25. Februar drängt die Gewerkschaft FLP Interno Innenminister Matteo Piantedosi, einen Krisenrundtisch einzuberufen, um den Personalmangel in den Einwanderungsämtern und den Sportelli Unici per l’Immigrazione zu adressieren. Die Gewerkschaft warnt, dass die derzeitigen Personalstärken nicht ausreichen, um die „hunderttausenden Einreisen“ zu bewältigen, die im Rahmen des Decreto Flussi 2026-2028 genehmigt wurden, ebenso wenig wie die neuen Aufgaben aus dem Sicherheitsdekret, etwa digitale Grenzkontrollen. FLP Interno weist darauf hin, dass aktuell rund 1.200 Leiharbeiter administrative Aufgaben übernehmen, die durch festangestellte Beamte ersetzt werden müssen, um die Rückstände nachhaltig abzubauen. Zudem fordert die Gewerkschaft, Polizeibeamte, die für Verwaltungsaufgaben im Bereich Migration abgezogen wurden, wieder an die Front zurückzuziehen. Der Brief folgt auf Medienberichte über Wartezeiten von bis zu sechs Monaten für Termine in großen Präfekturen. Neueinstellungen benötigen die Zustimmung sowohl der Abteilung für den öffentlichen Dienst als auch des Finanzministeriums – ein Verfahren, das angesichts des Anstiegs der Quotenvolumina als zu langsam kritisiert wird. Für Arbeitgeber bedeutet der Personalmangel längere Bearbeitungszeiten bei Nulla-Osta-Bescheinigungen und der Ausstellung von Aufenthaltstiteln, was die Einarbeitungspläne direkt beeinträchtigt. Mobilitätsteams sollten längere Vorlaufzeiten einplanen und die Hinweise der lokalen Präfekturen genau beobachten; einige Provinzen testen bereits Abenddienste und die Online-Übermittlung von Dokumenten, um Warteschlangen zu verkürzen. Das Innenministerium hat sich bislang nicht öffentlich geäußert, doch Quellen zufolge ist eine vorübergehende Verlängerung der Verträge von Leiharbeitern bis zum Sommer geplant, während neue Einstellungsverfahren gestartet werden.
Quelle: FLP Interno (union bulletin)