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„Flussi-Flop“: Anträge in Bergamo brechen ein, Genehmigungen stocken

Feb. 26, 2026
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„Flussi-Flop“: Anträge in Bergamo brechen ein, Genehmigungen stocken
Die Zeitung L’Eco di Bergamo widmete ihre Titelseite am 25. Februar dem sogenannten „Flussi-Flop“. Die Anträge für ausländische Arbeitskräfte in der Provinz sind von 8.381 im Jahr 2024 auf 3.196 in diesem Jahr eingebrochen, doch bisher wurden erst 23 Aufenthaltserlaubnisse erteilt. Die Zeitung zitiert das zivilgesellschaftliche Netzwerk „Ero Straniero“ und hebt einen Teufelskreis hervor: Arbeitgeber misstrauen dem System, stellen weniger Anträge, und die wenigen ankommenden Arbeitskräfte müssen monatelang auf Verträge und Termine warten. Gewerkschaftsvertreter warnen, dass dies Schwarzarbeit fördere. Nicht-EU-Bürger kommen oft mit gültigem Visum, verlieren aber die Arbeitserlaubnis, wenn etwa die Pflegebedürftigen versterben oder Bauaufträge enden, was sie in die Illegalität drängt. Die Gewerkschaften fordern, dass Italien eine Arbeitssuchgenehmigung ähnlich der deutschen einführt, die Migranten Zeit gibt, legal eine neue Beschäftigung zu finden. Arbeitgeberverbände kritisieren hingegen die territoriale Quotenvergabe, die Industrieprovinzen wie Bergamo trotz rekordniedriger Arbeitslosigkeit von 1,5 % mit zu wenigen Genehmigungen ausstattet. Einige Unternehmen experimentieren mit Ausbildungszentren im Ausland – sogenannten ITS Academies in Afrika –, die Berufsausbildung mit einem garantierten Arbeitsvertrag verbinden und so das hektische Antragsverfahren umgehen. Politische Analysten sehen in den Bergamo-Daten einen Anstoß für die parlamentarische Debatte, das „decreto flussi“ von einer jährlichen Lotterie in ein kontinuierliches, nachfrageorientiertes System umzuwandeln. Das Innenministerium plant, vor dem Sommer ein Weißbuch zur Digitalisierung des Ablaufs zu veröffentlichen. Bis Reformen umgesetzt sind, empfehlen Mobilitätsberater von Unternehmen, bei italienischen Einsätzen mehr Vorlaufzeit einzuplanen und für Schlüsselpersonal EU-unternehmensinterne Versetzungen (ICT) in Betracht zu ziehen.
Quelle: L’Eco di Bergamo

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