
Als Reaktion auf dringende Branchenappelle bestätigte das Innenministerium am 10. März, dass die langjährige saisonale Visumsregelung für professionelle Schafscherer aus Australien und Neuseeland ein letztes Mal bis zum 30. Juni 2026 verlängert wird. Das Programm erlaubt es bis zu 75 Experten, jedes Frühjahr ins Vereinigte Königreich einzureisen, um während der kurzen Hochsaison 1,5 bis 2 Millionen Schafe zu scheren. Zunächst hatten die Behörden die Verlängerung für 2026 abgelehnt mit der Begründung, der Sektor habe 14 Jahre Zeit gehabt, heimische Arbeitskräfte auszubilden. Die National Sheep Association warnte jedoch vor erheblichen Risiken für das Tierwohl und Produktivitätsverlusten, woraufhin das Landwirtschaftsministerium (Defra) spät eingereichte Beweise vorlegte, die die Minister überzeugten. Im Kompromiss müssen Branchenverbände vor Ablauf der Regelung konkrete Fortschritte bei der Entwicklung britischer Fachkräfte nachweisen. Britische Schafscherer reisen oft im britischen Winter in die südliche Hemisphäre, um ihre Fähigkeiten zu verbessern, sodass ein bilateraler Austausch informell weiterläuft, jedoch ohne spezielle Visumsunterstützung, sofern kein neuer Weg ausgehandelt wird. Für Planer der Agrararbeitsmobilität lautet die Botschaft zweigleisig: Der Arbeitskräftebedarf für 2026 ist gedeckt, ab 2027 müssen landwirtschaftliche Betriebe jedoch alternative Strategien für die Belegschaft entwickeln oder stark in Ausbildung und Mechanisierung investieren. Einwanderungsberater weisen darauf hin, dass ein zukünftiges Programm wahrscheinlich in das Seasonal Worker-Visum integriert wird und damit Teil der breiteren Debatte um eine Obergrenze für landwirtschaftliche Arbeitskräfte sein dürfte.
Quelle: FarmingUK