
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) hat am 29. März eine Ausschreibung veröffentlicht, in der flexible Coworking-Flächen in elf Städten Floridas – darunter Sarasota, Bradenton und Fort Myers – gesucht werden. Dies ist Teil einer landesweiten Immobilienoffensive in 90 Städten, bei der 300 Bundesangestellte in privaten Gemeinschaftsbüros untergebracht werden sollen. Die Anfrage zeigt, wie die Behörde ihre physische Präsenz in Bundesstaaten mit strengen Einwanderungskontrollen schnell ausbaut. Florida führt die USA bei ICE-Festnahmen an, unterstützt durch ein 250-Millionen-Dollar-Programm des Bundesstaates, das lokale Polizeikräfte dafür bezahlt, Personen wegen zivilrechtlicher Einwanderungsverstöße festzuhalten. Durch die Platzierung von Beamten in angemieteten Arbeitsräumen in der Nähe von Gerichten, Krankenhäusern und Geschäftsvierteln kann ICE seine Einsätze dezentralisieren und schnell auf Hinweise reagieren. Für Unternehmen mit Mobilitätsteams bedeutet die Expansion eine erhöhte Sichtbarkeit der Kontrollen in zuvor als risikoarm geltenden Gewerbegebieten. Mitarbeiter ohne legalen Status oder mit Verzögerungen bei der Dokumentenbearbeitung könnten häufiger bei der Arbeit oder bei Verkehrskontrollen auf ICE treffen, was die Bedeutung von Compliance-Prüfungen und Schulungen zu den eigenen Rechten erhöht. Zudem deutet dies darauf hin, dass geplante I-9-Prüfungen und Standortbesuche (für Arbeitgeber mit H-1B- oder L-1-Visa) in Florida häufiger stattfinden könnten. Die Entscheidung der Behörde für kurzfristige Mietverträge in Coworking-Zentren spiegelt einen bundesweiten Trend zu flexiblen Immobilienlösungen wider, die Kosten sparen und Standorte unauffällig halten. Kritiker warnen jedoch, dass die mangelnde Transparenz gefährdete Gruppen gefährdet, die unwissentlich Dienstleistungen in der Nähe versteckter ICE-Standorte in Anspruch nehmen könnten. Menschenrechtsorganisationen kartieren bereits die vorgeschlagenen Standorte, um deren Nähe zu Schulen, Unterkünften und medizinischen Einrichtungen zu prüfen. Nächste Schritte: Auftragnehmer können bis zum 15. April Angebote einreichen. Bei schneller Vergabe könnten ICE-Mitarbeiter bereits im Juni Coworking-Büros in Florida beziehen – rechtzeitig vor dem sommerlichen Einsatzanstieg der Behörde. Arbeitgeber mit großen hispanischen oder migrantischen Belegschaften in den betroffenen Städten sollten vorsorglich Notfallpläne und Mitarbeiter-Hotlines aktualisieren.
Quelle: WUSF
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