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Österreichische Bundesländer im Streit um Gesetzesentwurf „Sorge ab dem ersten Tag“ für unbegleitete minderjährige Asylbewerber

März 31, 2026
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Österreichische Bundesländer im Streit um Gesetzesentwurf „Sorge ab dem ersten Tag“ für unbegleitete minderjährige Asylbewerber
Österreichs längst überfälliger Versuch, den Kinderschutz für minderjährige Flüchtlinge an EU-Standards anzupassen, stößt auf heftigen Widerstand aus den Bundesländern. Am späten 30. März lehnten die FPÖ-Regierungen in Niederösterreich, Salzburg und der Steiermark gemeinsam den Entwurf des Justizministeriums ab, der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden von Beginn ihres Verfahrens an die volle Obsorge durch den Staat gewähren würde. Derzeit wird die Obsorge meist erst nach einem oft monatelangen Gerichtsverfahren an die Landesjugendämter übertragen. In dieser Zeit sind viele Jugendliche in Einrichtungen für Erwachsene untergebracht, mit eingeschränktem Zugang zu Schulbildung, Traumabegleitung oder rechtlicher Unterstützung. Das Ministerium argumentiert, dass die sofortige Obsorge eine „gefährliche Schutzlücke“ schließen und eine EU-Richtlinie umsetzen würde, die die Obsorge innerhalb von 15 Tagen vorschreibt. Die FPÖ bezeichnete den Entwurf hingegen als „rechtlich überzogen und politisch unverantwortlich“. Niederösterreichs Asylsprecher Martin Antauer warnte, dass eine frühere Obsorge sein Bundesland – Standort des Bundesaufnahmezentrums Traiskirchen – mit der größten Belastung konfrontieren würde. Die Partei spricht von „doppelten Strukturen, Millionen an Mehrkosten und ungelösten Altersfeststellungsstreitigkeiten“ und fordert, dass die Verantwortung bis zu einer gerichtlichen Entscheidung bei der Bundesagentur für Grundversorgung bleiben solle. NGOs, die Flüchtlingskinder unterstützen, begrüßten den Vorschlag des Ministeriums und wiesen darauf hin, dass Österreich von UN-Gremien wiederholt für die Verzögerung der Obsorge kritisiert wurde. Sie betonen, dass die meisten Nachbarländer der EU die Obsorge bereits ab dem ersten Tag anwenden und die Kosten durch kürzere Verfahren und bessere Integrationsergebnisse ausgeglichen werden. Mobilitätsmanager in Unternehmen sollten die Debatte dennoch aufmerksam verfolgen: Sollte das Gesetz in der aktuellen Form verabschiedet werden, müssen die Landesjugendämter zusätzliche Sozialarbeiter und Dolmetscher einstellen – Fachkräfte, die am österreichischen Arbeitsmarkt bereits knapp sind. Auch internationale Umzugsanbieter könnten ihre Unterstützungsleistungen für Mitarbeiterfamilien anpassen müssen, die minderjährige Flüchtlinge betreuen oder ehrenamtlich unterstützen. Nach Ostern werden im Parlament voraussichtlich Anhörungen beginnen. Da die regierende ÖVP sich noch nicht öffentlich positioniert hat, könnte die Koalition Zugeständnisse oder zusätzliche Bundesmittel verhandeln müssen, um die Zustimmung der Länder vor der EU-Umsetzungsfrist im Juni zu sichern.
Quelle: ORF Niederösterreich

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