
Der berüchtigte Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz wurde am 2. April erneut zum größten Ferienstaus des Landes: Die Warteschlangen erstreckten sich bis zu 15 Kilometer, die Wartezeiten überstiegen an der Spitze der Osterreisewelle zweieinhalb Stunden. Der Touring Club Schweiz (TCS) gab fortlaufend Warnungen heraus und riet Autofahrern, vor Tagesanbruch loszufahren, die Route über den San Bernardino zu wählen oder die Autozüge durch die Lötschberg- und Simplontunnel zu nutzen. Die kantonalen Behörden in Uri setzten Verkehrslenkungsmaßnahmen um, darunter Fahrstreifenkontrollen und temporäre Sperrungen von Zubringerstraßen, um Staus in den umliegenden Dörfern zu verhindern. Vom 4. bis 7. April wird die Bergstraße Amsteg–Wassen nachmittags wegen erhöhter Lawinengefahr komplett gesperrt, was die Fahrmöglichkeiten weiter einschränkt. Die SBB reagierte mit 27 zusätzlichen Fernverkehrszügen – das entspricht über 70.000 zusätzlichen Sitzplätzen – zwischen der deutschsprachigen Schweiz und dem Tessin. Hotels in Lugano und Locarno meldeten eine Auslastung von fast 70 Prozent, was teilweise auf Reisende zurückzuführen ist, die Flugrouten mit Umleitungen über den Nahen Osten meiden. Obwohl Staus am Gotthard zu Ostern üblich sind, verschärfen in diesem Jahr günstige Wetterprognosen und die aufgestaute Nachfrage nach einem Winter mit umfangreichen Bahnbaustellen die Situation. Für Grenzgänger und Logistikunternehmen, die Waren zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien transportieren, bedeuten die Verzögerungen verspätete Lieferungen und höhere Fahrerkosten. Mobilitätsmanager sollten die Live-Meldungen des TCS im Auge behalten und eine Umleitung des Güterverkehrs über den Lötschberg–Simplon-Korridor oder Nachtfahrten in Betracht ziehen. Reisende, die mit dem Flugzeug nach Italien wollen, müssen mit höheren Ticketpreisen rechnen, da viele Schweizer Flüge ab Mailand bevorzugen, um den Tunnel zu umgehen.
Quelle: Blue News