
Die Einwanderungsbeamten und Verwaltungsassistenten Spaniens, vertreten durch die Gewerkschaften Comisiones Obreras (CCOO) und CSIF, haben einen unbefristeten Streik ab dem 21. April angekündigt – nur einen Tag nachdem die persönliche Antragstellung für die Migrantenregularisierung begonnen hat. Die Beschäftigten kritisieren, dass die enorme Arbeitsbelastung durch Hunderttausende neuer Anträge nicht durch zusätzliches Personal, Überstundenbudgets oder verbesserte IT-Systeme ausgeglichen wird. Gewerkschaftssprecher betonen, dass das Land nur 1.830 Mitarbeiter an vorderster Front in den Einwanderungsämtern hat – dieselbe Zahl wie 2006, als die ausländische Bevölkerung Spaniens nur halb so groß war wie heute mit zehn Millionen. Sie befürchten, dass sich Rückstände schnell aufstauen könnten, was nicht nur Amnestiefälle, sondern auch Routineverlängerungen, die Bearbeitung der EU-Blaukarte und Termine für TIE-Karten (Ausweise für britische Einwohner) gefährden würde. Das Ministerium für Integration versichert, dass Notfallpläne den Kernservice aufrechterhalten werden. Mindestdienstvereinbarungen schreiben vor, dass 70 Prozent der Schalter geöffnet bleiben müssen, ähnlich wie bei den jüngsten Passstreiks. In Provinzen mit ohnehin dünner Personaldecke – insbesondere Murcia, Andalusien und Katalonien – waren die Terminpläne für Mai bereits vor Bestätigung des Streiks ausgebucht. Für Unternehmen könnte die Störung die Einstellung ausländischer Mitarbeiter, die Verlängerung von Arbeitserlaubnissen und Familienzusammenführungen verzögern, was sich negativ auf Projektzeitpläne auswirkt. Mobilitätsmanager werden geraten, Anträge möglichst digital einzureichen, lokale Streikmeldungen zu verfolgen und sich auf Reisen in weniger ausgelastete Provinzen einzustellen, um Termine zu sichern. Die Verhandlungen laufen weiter, doch die Gewerkschaften bestehen auf einer schriftlichen Zusage, bis zum 1. Mai mindestens 750 temporäre Sachbearbeiter einzustellen und langfristig die Belegschaft bis 2028 zu verdoppeln. Ohne diese Zusagen warnen sie, dass der Streik mit dem sommerlichen Anstieg der Schengen-Visaanträge zusammenfallen und das spanische Mobilitätssystem in der geschäftigsten Jahreszeit lahmlegen könnte.
Quelle: Euro Weekly News
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