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Die ausländische Wohnbevölkerung in Polen übersteigt zwei Millionen und macht nun 5 % der Gesamtbevölkerung aus

Apr. 27, 2026
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Die ausländische Wohnbevölkerung in Polen übersteigt zwei Millionen und macht nun 5 % der Gesamtbevölkerung aus
Aktuelle Daten des polnischen Ausländeramts (UdSC) zeigen, dass die Zahl der Inhaber gültiger polnischer Aufenthaltserlaubnisse erstmals die Marke von zwei Millionen überschritten hat – das entspricht etwas mehr als 5 % der 37,5 Millionen Einwohner des Landes. Die am 26. April 2026 der Polnischen Presseagentur vorgelegten Zahlen bieten den bislang detailliertesten Einblick in die Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Migrationsmuster seit Russlands Invasion in der Ukraine 2022. Ukrainische Staatsbürger dominieren die Statistik mit rund 1,55 Millionen Permit-Inhabern, gefolgt von Weißrussen (139.300) und Indern (26.100). Bedeutende Gemeinschaften von Georgiern, Russen, Vietnamesen und Türken komplettieren die Top sieben der Nationalitäten. Die Gesamtzahl von zwei Millionen umfasst weder Kurzzeitvisa noch visafreie Einreisen, sodass die tatsächliche Zahl der Ausländer in Polen an einem beliebigen Tag deutlich höher liegt. Die Sozialversicherungsagentur ZUS meldet parallel einen Anstieg registrierter ausländischer Arbeitnehmer mit fast 1,3 Millionen Beitragszahlern – das entspricht einem Anteil von 8 % aller Versicherten. Eine vom UdSC zitierte Studie der Nationalen Entwicklungsbank schätzt, dass allein die Ukrainer zwischen 0,5 % und 2,4 % zum jährlichen BIP-Wachstum Polens beitragen und dabei mehr Steuern zahlen, als sie an Sozialleistungen erhalten. Dennoch verfolgt die pro-europäische Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Donald Tusk eine restriktivere Politik als ihr Vorgänger. Im Jahr 2024 wurden in Polen so wenige erstmalige Aufenthaltserlaubnisse wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr ausgestellt, zudem wurden die Regeln für ausländische Studierende und Facharbeiter verschärft. Auch Abschiebungen von Personen ohne gültigen Aufenthaltsstatus haben zugenommen. Kritiker warnen, dass bei einer Arbeitslosenquote von nur 3 % der Druck durch Fachkräftemangel steigen könnte, wenn die Zuwanderung abnimmt. Für multinationale Arbeitgeber ist diese Entwicklung in zweierlei Hinsicht relevant: Sie bestätigt die Tiefe des ausländischen Talentpools in Polen, signalisiert aber auch, dass Compliance-Prüfungen – von der Sozialversicherungsanmeldung bis zur Verlängerung von Aufenthaltstiteln – voraussichtlich strenger werden. Mobility-Manager sollten sicherstellen, dass bestehende Mitarbeiter über aktuelle Dokumente verfügen und zukünftige Einstellungspläne längere Bearbeitungszeiten sowie strengere Zulassungsprüfungen berücksichtigen.
Quelle: Notes From Poland

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