
Chinas Experiment mit großflächiger visafreier Einreise zahlt sich sofort aus. Laut einem Bericht von Xinhua vom 3. Mai waren Sehenswürdigkeiten von Kunming bis Shanghai voll mit Reisegruppen aus Vietnam, Russland, Mexiko und einer wachsenden Zahl weiterer Länder, deren Bürger nun für 30 Tage gebührenfrei auf das Festland einreisen dürfen. Hoteliers in Yunnan berichteten den staatlichen Medien, dass die Auslastung durch ausländische Gäste während des fünftägigen Feiertags im Jahresvergleich um mehr als 40 Prozent gestiegen sei, während die Behörden in Guangxi von ausgebuchten Fährverbindungen zur Weizhou-Insel berichteten. Der Schwung folgt auf die Erweiterung des einseitigen Visafrei-Programms Pekings im Februar auf 50 Länder sowie die Aufnahme von Kanada und Großbritannien Mitte Februar. Das Programm erlaubt Inhabern regulärer Pässe eine Einreise zu touristischen, geschäftlichen, familiären oder Transitzwecken für bis zu 30 Tage. Analysten heben hervor, dass das Timing – kurz vor der Hochsaison für Frühjahrs- und Sommerkonferenzen – multinationalen Unternehmen seltene Flexibilität bietet, Projektteams ohne lange Vorlaufzeit oder Kosten für ein herkömmliches Visum nach China zu entsenden. Reiseveranstalter berichten, dass die Nachfrage nicht mehr durch bürokratische Hürden, sondern durch die Verfügbarkeit von Flugplätzen begrenzt wird. China Eastern hat den zweimal täglichen Flug Hanoi–Kunming wieder aufgenommen, während die Billigfluggesellschaft Spring Airlines noch diesen Monat drei neue Strecken von Osaka, Kuala Lumpur und Cebu eröffnet, um dem Zustrom gerecht zu werden. Flughäfen beschleunigen den Umbau auf biometrische E-Gates, nachdem die Nationale Einwanderungsbehörde (NIA) zugesichert hat, dass die Wartezeiten an der Grenze auch an Spitzentagen unter 30 Minuten bleiben. Für Mobility-Manager in Unternehmen lautet die praktische Empfehlung, sicherzustellen, dass die Reisepässe der Mitarbeiter mindestens sechs Monate gültig sind und ein Nachweis über die Weiterreise vorliegt – Grenzbeamte kontrollieren Berichten zufolge stichprobenartig die Reiserouten. Reisende, die länger als 30 Tage bleiben möchten, müssen weiterhin vor Ort ein entsprechendes Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Dennoch signalisiert das erweiterte visafreie Angebot, dass China ernsthaft daran arbeitet, den zwischenmenschlichen Austausch und Geschäftsreisen auf das Niveau vor der Pandemie zurückzuführen.
Quelle: Xinhua
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