
Am 11. und 12. Mai zog eine heftige Gewitterfront über Tschechien hinweg und brachte Hagelkörner in Walnussgröße, Sturzfluten und eine seltene „Rollwolke“ mit sich, die die Rettungskräfte in Atem hielt, um die Verkehrswege offen zu halten. Allein in Südmähren verzeichneten die Feuerwehr mehr als 50 wetterbedingte Einsätze. Der Bahnbetreiber Správa železnic evakuierte in Brno-Černovice Fahrgäste aus einem Elektrotriebwagen, nachdem ein Blitz den Stromabnehmer außer Gefecht gesetzt hatte. Hochspannungsabschaltungen legten Teile der Strecke Brno–Olmütz für drei Stunden lahm, wodurch Regionalzüge auf Dieselumleitungen ausweichen mussten und Fernverkehrszüge bis zu 90 Minuten Verspätung hatten. Auch der Straßenverkehr war stark beeinträchtigt: Umgestürzte Bäume blockierten Abschnitte der Autobahnen D1 und R52, und stehendes Wasser führte bei Žďár nad Sázavou zu Geschwindigkeitsbeschränkungen, nachdem ein reparaturbedürftiger Damm teilweise brach und Wassermassen in einen örtlichen Park strömten. Logistikunternehmen meldeten verpasste Lieferfenster an den zentralen Verteilerzentren in Prag, da Lkw wegen überfluteter Landstraßen umgeleitet werden mussten. Die Fluggesellschaften blieben von größeren Störungen verschont, doch der Flughafen Prag riet Abendreisenden, frühzeitig anzureisen, da sich die Sicherheitskontrollen wegen Personalproblemen beim Transport verlängern könnten. Das Tschechische Hydrometeorologische Institut hielt bis 6 Uhr am 12. Mai eine gelbe Unwetterwarnung für die östlichen Regionen aufrecht und warnte, dass ein Kälteeinbruch später in der Woche Schneefall in den Gebirgspässen bringen könnte. Geschäftsreisende werden dazu angehalten, bei Bahnfahrten bis Donnerstag mehr Puffer einzuplanen und regionale Busumleitungen zu prüfen, insbesondere für Werks-Shuttles in Südmähren und Vysočina. Mittelfristig stehen die Infrastrukturbetreiber unter wachsendem Druck, ihre Netze klimafest zu machen. Správa železnic kündigte an, die Blitzschutzanlagen auf den meistbefahrenen Pendlerstrecken zu überprüfen, während das Verkehrsministerium signalisierte, die Entwässerungsprojekte auf der D1 beschleunigen zu wollen – Maßnahmen, die im Sommer zu zeitweisen Fahrbahnabsperrungen führen könnten.
Quelle: Blesk.cz
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