
Einen Monat nach dem außergewöhnlichen Regularisierungsprogramm in Spanien können Tausende Migranten, deren Anträge genehmigt wurden, noch immer keine Arbeitsverträge unterschreiben, da ihnen noch keine Sozialversicherungsnummern zugewiesen wurden. El País berichtet, dass Anwaltskanzleien und Gewerkschaften „hunderte genehmigte Akten“ zurückhalten, während die IT-Systeme der Finanzbehörde die Identifikationsnummern verarbeiten, die laut Dekret automatisch per Post zugestellt werden sollten. Das Problem ist mehr als nur bürokratisch: Ohne die Nummer können Arbeitgeber keine Arbeitnehmer anmelden oder Lohnsteuern abführen, was das Ziel des Programms gefährdet, bis zu 500.000 undokumentierte Bewohner in die formelle Wirtschaft zu integrieren. Arbeitsmarktexperten warnen, dass saisonale Branchen wie Gastronomie, Landwirtschaft und Logistik wichtige Sommer-Einstellungsfenster verpassen könnten, wenn sich der Rückstau weiter hinzieht. Einige Gewerkschaften umgehen das neue Verfahren, indem sie die Nummern persönlich beantragen, doch Anwälte befürchten, dass solche inkonsistenten Lösungen später zu Compliance-Problemen führen könnten. Für Personal- und Global-Mobility-Teams, die neu regularisierte Talente einstellen, lautet der Rat, befristete Angebote mit dem Hinweis „Arbeitsbeginn vorbehaltlich der Sozialversicherungszuordnung“ auszustellen und die ministeriellen Bekanntmachungen zu Batch-Verarbeitungsupdates aufmerksam zu verfolgen. Arbeitgeber sollten zudem sicherstellen, dass die Zulassungsbescheide der Kandidaten ihre NIE (Ausländer-ID) klar ausweisen, da diese als vorläufiger Nachweis für die Unfallversicherung dienen kann. Das Migrationsministerium betont, dass die Zuteilungen „im Zeitplan“ liegen, doch der Vorfall verdeutlicht die operative Komplexität groß angelegter Amnestien. Unternehmen, die auf Spaniens fortschrittliches Migrationsmodell setzen, müssen mit administrativen Reibungsverlusten rechnen – indem sie Pufferzeiten in ihre Onboarding-Pläne einbauen und juristischen Beistand bereithalten, um sich schnell ändernde Vorgaben zu interpretieren.
Quelle: El País
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