
In einer Reihe formeller Stellungnahmen vom 2. Juni 2026 kommt die Europäische Kommission zu dem Schluss, dass Österreich und acht weitere Schengen-Staaten nicht nachweisen konnten, dass ihre langanhaltenden Kontrollen an den Binnengrenzen weiterhin unbedingt erforderlich sind. Während EU-Recht vorübergehende Kontrollen bei ernsthaften Bedrohungen erlaubt, betont Brüssel, dass viele der Maßnahmen an den österreichisch-slowakischen, österreichisch-ungarischen, österreichisch-tschechischen und österreichisch-slowenischen Grenzen weit über die empfohlene Zwei-Jahres-Frist hinaus verlängert wurden. Innenkommissar Magnus Brunner argumentiert, dass das neue Ein- und Ausreisesystem der EU (seit April in Betrieb) sowie der im März vereinbarte Migrations- und Asylpakt den Mitgliedstaaten „das weltweit fortschrittlichste Instrumentarium für Außengrenzen“ bieten, wodurch routinemäßige Kontrollen an den Binnengrenzen unverhältnismäßig seien. Stattdessen empfiehlt die Kommission mobile, nachrichtendienstlich gesteuerte Polizeipatrouillen, biometrische Stichprobenkontrollen und eine verstärkte Informationsweitergabe mit FRONTEX. Für österreichische Unternehmen ist das Timing entscheidend. Spediteure schätzen, dass Kontrollen im Hinterland und temporäre Barrieren 20 bis 25 Minuten zu Just-in-Time-Lieferungen hinzufügen, was die Kosten in Branchen von Automobilzulieferern bis zu verderblichen Lebensmitteln erhöht. Auch der Flughafen Wien und das Vienna Convention Bureau berichten, dass Ad-hoc-Kontrollen bei Straßentransfers mehrere Veranstalter dazu veranlasst haben, Delegierte stattdessen über München oder Prag zu leiten. Das Innenministerium in Wien bestätigte den Erhalt der Stellungnahme, erklärte jedoch, Österreich werde die Grenzkontrollen „so lange aufrechterhalten, bis sich die Migrations- und Sicherheitslage entspannt“. Branchenverbände – angeführt von der Logistikabteilung der Wirtschaftskammer – fordern die Minister auf, innerhalb von 30 Tagen einen Ausstiegsplan zu veröffentlichen, um weitere Störungen der Lieferketten während der touristischen Hochsaison zu vermeiden.
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