
Mitarbeiter im Passagierassistenzdienst am Flughafen Palma Son Sant Joan auf Mallorca haben mit 96 % für einen unbefristeten 24-Stunden-Streik ab dem 17. Juni gestimmt – genau zum Beginn der spanischen Sommerreisesaison. Der Ausstand betrifft 151 Beschäftigte des Dienstleisters Adelte, die Rollstuhl- und Mobilitätshilfen (PRM) bereitstellen, wie es die EU-Vorschriften für alle abfliegenden und ankommenden Flüge vorschreiben. Gewerkschaften werfen Adelte vor, eine für 2025 vereinbarte Mediation gebrochen zu haben, die stabile Dienstpläne und die Umwandlung saisonaler „Bereitschaftsverträge“ in Vollzeitstellen zusicherte. Die Beschäftigten berichten, dass sie regelmäßig telefonisch kurzfristig einberufen werden, ohne garantierte Arbeitszeiten, und dass unbezahlte Überstunden weit verbreitet sind. Das Unternehmen betont, dass das jüngste Lohnangebot über dem Branchendurchschnitt liege, doch der Flughafenbetreiber Aena warnt die Airlines vor Kettenreaktionen und Verzögerungen. Für Geschäftsreisende kann die Störung der PRM-Dienste die Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen verkomplizieren, da die Fast-Track-Sicherheitslinien oft mit Personal aus dem Mobilitätsservice besetzt sind. Billigfluggesellschaften, die auf enge Anschlusszeiten in Palma setzen – einem der drei wichtigsten Veranstaltungsorte Spaniens für Firmenveranstaltungen – drohen Entschädigungsforderungen nach EU-Verordnung 261, wenn sich Verspätungen über drei Stunden hinausziehen. Aena entsendet Aufsichtspersonal aus Madrid und Barcelona, um kritische Zeitfenster abzudecken, doch Branchenkreise schätzen, dass die Kapazität bis zur Beilegung des Konflikts um bis zu 15 % sinken könnte. Mobilitätsmanager mit Terminen auf der Insel zwischen Mitte Juni und Anfang Juli sollten größere Zeitpuffer für Verbindungen einplanen, alternative Routen über Ibiza oder das Festland in Betracht ziehen und die Kulanzregelungen der Airlines genau beobachten. Der Streik verdeutlicht zudem einen größeren Trend: Arbeitskämpfe im spanischen Bodenabfertigungssektor. Da für 2025 ein neuer Passagierrekord erwartet wird, könnten ähnliche Aktionen von Gepäckabfertigern und Fluglotsen folgen, was das Risiko von Flugplanstörungen für multinationale Unternehmen weiter erhöhen würde.
Quelle: Majorca Daily Bulletin