
Die spanischen Behörden haben bestätigt, dass die jährliche Operation Paso del Estrecho (OPE) am Montag, den 15. Juni, beginnt. In der Sommer-Hauptreisezeit werden mehr als 3,5 Millionen Passagiere und 850.000 Fahrzeuge zwischen Spanien und Nordafrika erwartet. Die 36. Ausgabe der Operation fällt mit der erstmaligen verpflichtenden Nutzung des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) in den Häfen von Algeciras und Tarifa zusammen. Im Rahmen des EES müssen Nicht-EU-Reisende vor dem Einschiffen auf Fähren an Selbstbedienungskiosken Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen abgeben. Die Regierung hat 14 Millionen Euro in zusätzliche Fahrspuren, Beschilderungen und mobile Passkontrolleinheiten investiert, um Staus zu vermeiden. Die Polizei ist befugt, die biometrische Erfassung für bis zu sechs Stunden auszusetzen, wenn Warteschlangen die Sicherheit gefährden, und vorübergehend auf manuelle Kontrollen zurückzugreifen. Hafenbetreiber warnen, dass der neue Prozess faktisch zwei parallele Ströme – EU- und Nicht-EU-Bürger – schafft, die über getrennte Infrastrukturen abgewickelt werden müssen. Logistikunternehmen, die Just-in-Time-Autoteile zwischen Tanger und spanischen Fabriken transportieren, wurden geraten, die Überfahrten außerhalb der verkehrsreichsten „Roten Tage“ (Ende Juli, Ende August) zu planen, da sich die Wartezeiten sonst verdoppeln könnten. Die Zusammenarbeit mit den marokkanischen Behörden wurde intensiviert; letzte Woche fanden gemeinsame Übungen statt, um die Datenverbindungen zwischen den spanischen Polizeidatenbanken und der marokkanischen Migrationsdirektion zu testen. Die Behörden geben an, dass die Erfahrungen aus dem Rekordjahr 2025 mit 3,5 Millionen Passagieren in die Notfallpläne für Hitzewellen, medizinische Notfälle und mögliche Fährenausfälle eingeflossen sind. Für Unternehmen, die Mitarbeiter nach Marokko oder Algerien entsenden, sollten Mobilitätsteams Reisende über die EES-Registrierung informieren, zum digitalen Ticketkauf ermutigen und Pufferzeiten auf beiden Seiten der Meerenge einplanen, um Verzögerungen bei der biometrischen Erfassung abzufedern. Auch Autovermietungen aktualisieren ihre Verträge, um mögliche Zusatzgebühren für längere Fährenwarteschlangen zu berücksichtigen.
Quelle: Cadena SER