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EU-Migrations- und Asylpakt tritt in Kraft – Italien gehört zu 11 Staaten, die noch „nicht bereit“ sind

Juni 13, 2026
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EU-Migrations- und Asylpakt tritt in Kraft – Italien gehört zu 11 Staaten, die noch „nicht bereit“ sind
BRÜSSEL/TORINO – Der lange verhandelte Migrations- und Asylpakt der Europäischen Union ist am 12. Juni in Kraft getreten und löst eine einjährige Umsetzungsfrist aus. Laut dem Brüsseler Büro der La Stampa stuft die Europäische Kommission Italien unter 11 Mitgliedstaaten ein, die dringend ihre Kapazitäten bei der Grenzkontrolle und den Dublin-Überstellungseinheiten ausbauen müssen. Wesentliche Neuerungen sind verpflichtende biometrische Kontrollen bei der ersten Einreise, beschleunigte Asylverfahren innerhalb von 12 Wochen sowie ein Solidaritätsmechanismus, der andere Staaten verpflichtet, Umverteilungen zu akzeptieren oder 20.000 Euro pro abgelehnten Überstellungsfall zu zahlen. Für 2026 sind Italien, Spanien, Griechenland und Zypern vorgesehen, bis zu 21.000 Umverteilungen zu erhalten, unterstützt durch Fördermittel in Höhe von 420 Millionen Euro – allerdings nur, wenn sie die Fälle zügig bearbeiten können. Mobilitätstechnisch schafft der Pakt neue operative Kontrollpunkte an Häfen und Flughäfen. Geschäftsreisende aus Ländern mit geringem Asylrisiko sollten kaum Einschränkungen spüren, doch Unternehmen, die Mitarbeiter aus „sicheren Herkunftsländern“ (z. B. Indien, Tunesien, Marokko) versetzen, müssen mit verstärkten Nachkontrollen rechnen. Unternehmensjuristen erwarten mehr Ablehnungen von Aufenthaltstiteln, wenn Familienangehörige verspätet Anträge stellen, da die Kriterien für „Unzulässigkeit“ verschärft wurden. Das Innenministerium berichtet, dass der Ausbau der Eurodac-Biometrie-Stationen in Lampedusa, Bari und Triest in Arbeit ist, doch Gewerkschaften warnen, dass die Personalplanung hinter den sommerlichen Ankunftsspitzen zurückbleibt. Bis die Systeme stabil laufen, sollten Arbeitgeber längere Vorlaufzeiten für Blue Card- und innerbetriebliche Versetzungsanträge (ICT) bei den Grenzpräfekturen einplanen. Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus: Die Regierung Meloni begrüßt die strengeren Kontrollen, kritisiert jedoch die unzureichende Finanzierung aus Brüssel; NGOs kündigen rechtliche Schritte wegen Menschenrechtsschutzes an. In jedem Fall wird die Belastung für Personalabteilungen, die Nicht-EU-Mitarbeiter nach Italien holen, bis 2027 deutlich steigen.
Quelle: La Stampa

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