
Von den frühen Morgenstunden des 11. Juni bis 02:00 Uhr am 12. Juni legte ein 23-stündiger landesweiter Bahnstreik, angeführt von den Gewerkschaften CUB Trasporti, SGB und CAT, weite Teile des italienischen Personenverkehrs lahm. Trenord, Trenitalia und Italo strichen Hunderte von Verbindungen, was auch am Freitagmorgen noch Nachwirkungen zeigte, da Personal und Fahrzeuge zurück an ihre Einsatzorte gebracht wurden. Der Streik traf die Hochsaison der vor-sommerlichen Geschäftsreisen und führte zu erheblichen Staus rund um Mailand, Rom und Florenz sowie überfüllten Hochgeschwindigkeitszügen während der gesetzlich geschützten „Garantiezeiten“. Besonders problematisch für die internationale Mobilität war die Unterbrechung der Malpensa Express- und Leonardo Express-Verbindungen zu den Flughäfen Mailand-Malpensa und Rom-Fiumicino. Notfallbusse transportierten Reisende von Milano Cadorna und Stabio nach Malpensa, doch die Fahrzeiten verdoppelten sich, viele verpassten ihre Langstreckenflüge. Fluggesellschaften beriefen sich auf die EU261-Force-Majeure-Klausel, sodass Erstattungsentscheidungen im Ermessen der Airlines lagen. Für Arbeitgeber offenbarte der Streik die Anfälligkeit multimodaler Reiseverbindungen, die auf Bahn-Flug-Anschlüsse angewiesen sind. Reiseveranstalter berichten, dass mehrere Konferenzveranstalter in Turin und Bologna kurzfristig auf hybride Formate umstellten, während Produktionsbetriebe in der Emilia-Romagna Lieferantentermine um 24 Stunden verschoben. Auch Spediteure verzeichneten Verzögerungen von bis zu 18 Stunden bei intermodalen Güterzügen Richtung Nordeuropa. Obwohl Bahnstreiks in Italien häufig sind, war dieser durch seine Breite außergewöhnlich: Fahrer, Zugpersonal und Teile der Signaltechnik legten die Arbeit nieder, was selbst den Betrieb von Notfahrplänen stark einschränkte. Die Gewerkschaften fordern einen neuen nationalen Tarifvertrag, der Lohnsteigerungen an die Inflation koppelt und zwei zusätzliche Ruhetage pro Monat garantiert. Das Infrastrukturministerium hat für den 18. Juni eine Schlichtungssitzung einberufen, die Gewerkschaften drohen jedoch bei stockenden Verhandlungen mit weiteren 48-stündigen Streiks im Juli. Geschäftsreisende sollten größere Anschlusszeiten einplanen, flexible Tickets vorab buchen und ihre Mobilnummern für Bahnbenachrichtigungen registrieren; Personalabteilungen könnten zudem Homeoffice-Alternativen für unverzichtbare Einsätze prüfen.
Quelle: Trenord Service Advisory
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