
In den frühen Morgenstunden des 13. Juni hat das indische Außenministerium (MEA) zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen den US-Geschäftsträger Jason Meeks einbestellt und einen „starken Protest“ gegen die anhaltenden Angriffe der US-Marine auf Handelsschiffe mit indischen Seeleuten im Golf von Oman eingelegt. Drei indische Seeleute kamen ums Leben, nachdem der unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Tanker Jalveer am 10. Juni getroffen wurde; ein weiterer Angriff beschädigte ein Schiff mit 20 indischen Besatzungsmitgliedern, ohne jedoch Todesopfer zu fordern. Die diplomatische Protestnote fordert sofortige Maßnahmen zum Schutz von rund 18.000 indischen Staatsangehörigen, die auf Schiffen unterwegs sind, die die Straße von Hormus und angrenzende Gewässer passieren. In der Erklärung des MEA wurde gewarnt, dass der Einsatz tödlicher Gewalt gegen zivile Schiffe „die Sicherheit, Stabilität und den Schutz des internationalen Seehandels in einer sensiblen Region untergräbt“. Für globale Mobilitäts- und Besatzungsfirmen hat die Eskalation zu höheren Versicherungsprämien, Umleitungen um die Straße von Hormus und Notfallplänen für Rückführungen geführt. Mehrere indische Reedereien haben begonnen, ihre Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung zu leiten, was die Reisezeit um 10 bis 12 Tage verlängert und die Frachtkosten erhöht. Besatzungsvermittler überprüfen derzeit Vertragsklauseln, um Zulagen für Hochrisikogebiete und schnellere Rotation einzubeziehen. Risikomanager im Reisebereich sollten die Mitarbeiter-Tracking-Systeme für Seeleute aktualisieren, den Kriegsschadensschutz überprüfen und Reisewarnungen für Firmenmitarbeiter ausgeben, die nach Oman und in die VAE reisen, wo mit verstärkten Sicherheitskontrollen in Häfen zu rechnen ist. Der Vorfall belebt auch die Forderungen in Indien, den seit den Geiselfällen im Roten Meer 2024 stockenden nationalen „Seafarer Crisis Support Fund“ endlich zügig einzurichten.
Quelle: The Tribune
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