
Die Bundesregierung hat selten genutzte Befugnisse gemäß dem Gesetzesentwurf C-12 in Anspruch genommen, um die Bearbeitung von rund 36.000 Anträgen auf Daueraufenthalt (PR) aus der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und Südsudan auszusetzen. Begründet wird dies mit erhöhten Ebola-Risiken. Details, die am 12. Juni in der Canada Gazette veröffentlicht wurden, wurden am 16. Juni von den Medien aufgegriffen. Die Anordnung friert zudem 7.751 Anträge auf temporären Aufenthalt ein und macht gültige Visa von etwa 22.800 Reisenden aus den drei Ländern ungültig, sofern sie nicht unter eng definierte humanitäre Ausnahmen fallen. Antragsteller, die sich bereits in Kanada aufhalten, werden nicht abgeschoben, dürfen jedoch erst nach Aufhebung der Aussetzung als Daueraufenthaltsberechtigte einreisen. Die Public Health Agency of Canada hat zudem eine 21-tägige Quarantäne nach der Einreise für alle Personen angeordnet, die seit dem 30. Mai 2026 die betroffene Region besucht haben. Juristen warnen, dass die Maßnahme besonders Schutzbedürftige trifft – über 30.000 der betroffenen Fälle betreffen Flüchtlinge, die bereits Glaubwürdigkeitsprüfungen durchlaufen haben. Arbeitgeber, die frankophone Fachkräfte aus Zentralafrika einstellen, müssen nun ihre geplanten Arbeitsbeginn-Termine überprüfen und alternative Homeoffice-Lösungen in Betracht ziehen. Global-Mobility-Teams sollten zudem Mitarbeiter mit genehmigten Visa, die noch nicht gereist sind, kennzeichnen, da Fluggesellschaften das Boarding verweigern könnten. Dies ist der erste großflächige Einsatz der neuen quarantänebezogenen Einwanderungskontrollen Ottawas und signalisiert die Bereitschaft, Gesundheitsgesetze zur Mobilitätsbegrenzung einzusetzen. Während Kanada schon lange die Befugnis hat, Einreisen aus gesundheitlichen Gründen zu verweigern, führten frühere Ebola-Ausbrüche nur zu gezielten Kontrollen, nicht zu einer pauschalen Aussetzung der Bearbeitung. Experten rechnen mit rechtlichen Anfechtungen, falls die Aussetzung über das initiale 90-Tage-Fenster hinaus ohne klare epidemiologische Begründung verlängert wird. Unternehmen mit Aktivitäten oder Rekrutierung in Zentralafrika wird geraten, Notfallpläne für die Personalplanung zu entwickeln und zukünftige Veröffentlichungen in der Canada Gazette zu beobachten, da diese zur Verlängerung oder Aufhebung der Aussetzung erforderlich sind.
Quelle: Asatu News
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