
In einem höchst umstrittenen Schritt bestätigte das belgische Außenministerium am 23. Juni 2026, dass es fünf Ein-Tages-Visa mit territorialer Beschränkung an Vertreter des Taliban-Regimes ausgestellt hat, damit diese zu technischen Gesprächen mit der Europäischen Kommission über Migrantenrückführungen nach Brüssel reisen konnten. Belgiens Außenminister Maxime Prévot erklärte gegenüber Journalisten, dass das Land im Rahmen seiner langjährigen „Hauptstadtpolitik“ verpflichtet sei, Treffen zu ermöglichen, die von EU-Institutionen angefragt werden – selbst wenn die Eingeladenen von nicht anerkannten Regierungen stammen. Die Visa waren auf belgisches Hoheitsgebiet beschränkt und auf 24 Stunden limitiert, basierend auf einer Sicherheitsbewertung der Geheimdienste. Das Treffen – das erste Mal, dass Taliban-Vertreter seit der Machtübernahme in Kabul 2021 eine EU-Hauptstadt betreten – ist Teil der umfassenderen Bemühungen der EU, Abschiebungen von Drittstaatsangehörigen, die alle Rechtsmittel ausgeschöpft haben, zu verstärken. Laut EU-Migrationsbeamten nahmen fünfzehn Mitgliedstaaten teil und konzentrierten sich auf Identifikationsverfahren, Ausstellung von Reisedokumenten sowie logistische Vorbereitungen für Charterflüge nach Afghanistan. Menschenrechtsorganisationen und 47 Abgeordnete des Europäischen Parlaments protestierten im Brüsseler Schuman-Viertel und argumentierten, dass eine Zusammenarbeit mit einem Regime, das systematisch Frauen- und Minderheitenrechte verletzt, die Glaubwürdigkeit der EU untergrabe. Aus Sicht der Unternehmensmobilität verdeutlicht der Vorfall Belgiens heiklen Balanceakt zwischen seiner Rolle als diplomatisches Zentrum und seinen Sicherheitsverpflichtungen. Multinationale Unternehmen mit Sitz in Brüssel – darunter zahlreiche NGOs und internationale Verbände – müssen künftig mögliche Reputationsrisiken und verstärkte Proteste einkalkulieren, wenn hochrangige Delegationen von der EU eingeladen werden. Sicherheitsexperten für Geschäftsreisen raten ihren Kunden, kurzfristige Visumsbefreiungen, die Belgien für ähnliche Treffen erteilen könnte, genau zu beobachten und Krisenkommunikationspläne für den Fall von zivilgesellschaftlichen Gegenreaktionen zu überprüfen. Praktisch zeigt der Vorfall, wie eng gefasste nationale Visa innerhalb des Schengen-Raums eingesetzt werden können: Die an die Taliban ausgestellten Dokumente galten ausschließlich in Belgien und setzten damit die üblichen Schengen-Freizügigkeitsregeln außer Kraft. Migrationsberater weisen darauf hin, dass diese „territoriale Beschränkung“ bei politisch sensiblen Besuchern künftig häufiger zum Einsatz kommen könnte, was die Organisation von Begleitterminen in anderen europäischen Ländern zusätzlich erschwert. Sie empfehlen, Visastempel sorgfältig zu prüfen und punktgenaue Transfers zu arrangieren, um eine unbeabsichtigte Einreise in Nachbarstaaten zu vermeiden. Für die Zukunft deuteten EU-Beamte an, dass weitere Gespräche mit den Taliban folgen könnten, sofern die Verhandlungen am Dienstag Fortschritte bei der Rücknahme erzielen. Beteiligte an der Verlegung afghanischer Mitarbeitender sollten aufmerksam verfolgen, ob die EU oder einzelne Mitgliedstaaten Zwangsrückführungsflüge wieder aufnehmen; eine solche Entwicklung könnte das Abschieberisiko für Afghanen erhöhen, deren Arbeitserlaubnisse oder humanitäre Aufenthaltsstatus in Belgien oder anderen EU-Ländern bald auslaufen.
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