
Die Brussels Airport Company gab am 23. Juni 2026 bekannt, dass sie im Juli und August mit 5,2 Millionen Passagieren rechnet – ein Rekordwert und 4 % mehr als im Vorjahr. Diese Prognose gilt trotz anhaltender Personalknappheit bei der Bundespolizei an den Grenzkontrollen und der schrittweisen Einführung des neuen EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES), das bereits stundenlange Warteschlangen für Nicht-EU-Bürger verursacht hat. Um „absolutes Chaos“ zu vermeiden, richtet der Flughafen zusätzliche temporäre Check-in-Schalter ein, erweitert die Selbstbedienungs-Gepäckaufgabe und stellt 300 Saisonkräfte ein. Flughafenchef Arnaud Feist kündigte an, dass zusätzliche Bundespolizisten zur Passkontrolle abgeordnet werden, während neue Vorregistrierungs-Kioske biometrische Daten bereits vor der EES-Frist im Oktober erfassen sollen. Automatisierte e-Gates, die derzeit nur EU-Bürgern vorbehalten sind, werden für ausgewählte Nationalitäten getestet, um manuelle Kontrollen zu reduzieren. Zudem wurde die Flughafen-App und der KI-Chatbot „BRUce“ verbessert, um Echtzeit-Warteschlangenmeldungen zu senden, damit Reisende ihre Ankunftszeiten besser planen können. Für Unternehmen bedeuten die Rekordzahlen längere Aufenthaltszeiten und mögliche Verzögerungen bei Anschlussflügen. Mobilitätsmanager empfehlen Führungskräften, mindestens drei Stunden vor Langstreckenflügen anzureisen und wichtige Termine erst einen Tag nach interkontinentalen Ankünften zu planen, um Störungen abzufedern. Firmen, die Talente über Brüssel verlegen, sollten längere Nach-Ankunftsformalitäten einplanen, da das EES bei jeder Grenzüberquerung Fingerabdruck- und Gesichtsscans verlangt. Der Passagieranstieg wird vor allem durch starke Freizeitnachfrage nach Spanien, Türkei, Griechenland und Marokko sowie neue Langstreckenverbindungen nach São Paulo, Kilimandscharo und Halifax getrieben. Die Frachtmengen bleiben stabil, doch die Kapazität im Frachtraum wird voraussichtlich um 6 % steigen, da Airlines größere Flugzeuge einsetzen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten – insbesondere Überflugbeschränkungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Konflikt – versichert die Flughafenleitung, dass Treibstoffversorgung und Flugpläne gesichert sind. Blickt man voraus, will der Brussels Airport den Sommer als Belastungstest für die vollständige EES-Einführung im Schengen-Raum nutzen. Erfolgreiche Tests der e-Gates für gemischte Nationalitäten könnten den Weg für eine dauerhafte Fast-Track-Spur für vertrauenswürdige Geschäftsreisende ebnen – eine Maßnahme, die belgische Wirtschaftsverbände seit langem fordern, um die Attraktivität des Landes als Unternehmensstandort zu sichern.
Quelle: Aviation24.be
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