
Die Disponenten bei Jazz Aviation, der Air Canada Express-Tochtergesellschaft, die täglich mehr als 400 Flüge plant, haben nach acht Monaten ergebnisloser Verhandlungen mit 96,4 % für Streikmaßnahmen gestimmt. Wer ist betroffen? Die Canadian Airline Dispatchers Association (CALDA) vertritt nur 59 Mitarbeiter von Jazz, doch ihre operative Kontrollbefugnis erstreckt sich über das gesamte Netzwerk der Regionalfluggesellschaft – eine entscheidende Verbindung für den Zubringerverkehr zu den Air Canada-Drehkreuzen in Toronto, Montréal, Halifax und Vancouver. Ein Arbeitskampf könnte Flugzeuge am Boden halten, selbst wenn Piloten und Kabinenpersonal zum Dienst erscheinen. Zeitplan: Die Schlichtungsgespräche enden am 10. Juli, gefolgt von einer obligatorischen 21-tägigen Abkühlphase. Der frühestmögliche legale Streik oder Aussperrung könnte am 1. August beginnen – mitten in der kanadischen Sommersaison. Auswirkungen auf Geschäftsreisen: Jazz bedient viele stark frequentierte Strecken, die von Geschäftsreisenden genutzt werden – darunter Toronto-Ottawa, Montréal-Halifax und Calgary-Kelowna. Reiseverantwortliche sollten Notfallpläne vorbereiten, etwa Umbuchungen auf WestJet oder Porter sowie die Genehmigung von Bahn- oder Autofahrten für Kurzstreckenmeetings. Arbeitsmarkt-Kontext: Die Abstimmung ist der jüngste Fall einer Reihe von Arbeitskonflikten in der Luftfahrt, die durch inflationsbereinigte Lohnverluste ausgelöst wurden. Da auch Mechaniker an mehreren Flughäfen in Schlichtungsgesprächen stehen, wächst der Druck auf Arbeitgeber in Kanadas Luftfahrtbranche, jahrzehntealte Gehaltstabellen neu zu verhandeln.
Quelle: PAX News