
Ab dem 26. Juni 2026 können Passagiere, die ihre Reise am Flughafen Zürich beginnen, Flüssigkeiten bis zu zwei Litern sowie Laptops im Handgepäck behalten – dank einer Flotte von 26 Computertomographie-(CT)-Scannern, die hochauflösende 3D-Bilder für das Sicherheitspersonal erzeugen. Die 34 Millionen CHF teure Modernisierung bringt Zürich auf Augenhöhe mit Flughäfen wie Heathrow, Schiphol und Madrid, die bereits die seit zwei Jahrzehnten geltende Beschränkung eingeführt nach den Flüssigsprengstoffanschlägen von 2006 gelockert haben. Die neue Regel gilt nur für Reisende, die im Haupt-Sicherheitskontrollgebäude starten; Umsteigepassagiere müssen bis zur Umrüstung der Transitkontrollen später in diesem Jahr weiterhin die 100-ml-Grenze einhalten. Am Flughafen Genf, Basel-Mülhausen und Bern sind derzeit keine Änderungen geplant, sodass Rückflüge weiterhin den traditionellen Vorschriften unterliegen können – Reisende sollten die lokalen Bestimmungen prüfen. Der Flughafenbetreiber Flughafen Zürich AG erwartet, dass die Scanner die durchschnittlichen Wartezeiten in den Sicherheitskontrollen während der Juli-August-Spitzenzeit um 30 Prozent reduzieren und den Plastikmüll um 400 Tonnen pro Jahr verringern. Die Fluggesellschaften begrüßten die Neuerung: Swiss International Air Lines rechnet mit schnellerem Boarding und weniger Flugverspätungen durch Nachkontrollen des Gepäcks, während easyJet die Bodenabfertigungszeiten neu planen will. Für Geschäftsreisende vereinfacht die Änderung die Packvorgaben, etwa für Produktmuster, medizinische Geräte oder Babynahrung. Duty-of-Care-Richtlinien sollten jedoch daran erinnern, dass andere europäische Drehkreuze auf der Rückreise große Flaschen noch beschlagnahmen können. Genehmigungsprozesse für Reisen und mobile Buchungstools müssen daher flughafenspezifische Regeln kennzeichnen, bis die CT-Technologie im gesamten Schengen-Raum Standard ist. Der Schritt signalisiert zudem eine Beschleunigung der Sicherheitsmodernisierung in der Schweiz im Vorfeld der Einführung des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES) und ETIAS. Die CT-Spuren liefern umfangreichere Daten, die algorithmische Risikoanalysen ermöglichen und potenziell mit biometrischen Grenzkontrollen verknüpft werden können, was Vielreisende weiter beschleunigen – aber auch stärker überwachen – könnte.
Quelle: The Local Switzerland
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