
Österreichs beispiellose Hitzewelle im Juni erreichte am 28. Juni mit 40 °C in Wien einen landesweiten Rekord und beeinträchtigt seitdem zunehmend die kritische Verkehrsinfrastruktur. Die nationale Bahngesellschaft ÖBB warnte am 29. Juni, dass extreme Temperaturen zu „Gleisverwerfungen“ – hitzebedingten Gleisverformungen – führen, was Geschwindigkeitsbeschränkungen, Notinspektionen und die vorübergehende Sperrung mehrerer Regionalstrecken zur Folge hat. Reisenden wird geraten, nicht notwendige Fahrten zu vermeiden, ausreichend Wasser mitzunehmen und Verbindungen vor Abfahrt zu prüfen. Auch das Straßennetz steht unter ähnlichem Druck. Der Autobahnbetreiber ASFINAG meldete „Aufwölbungen“ auf der A1 Westautobahn bei Haag, wo über das Wochenende zwei von drei Fahrspuren durch hochgedrückten Beton blockiert waren. Reparaturteams führen rollierende Instandsetzungen durch und haben die Tempolimits gesenkt, dennoch sollten Autofahrer mit Staus und Umleitungen rechnen, insbesondere auf den Ost-West-Frachtkorridoren, die für österreichische Exporteure von großer Bedeutung sind. Auch der städtische Verkehr bleibt nicht verschont: Die Wiener Straßenbahnlinien 25, 26 und 27 mussten den Betrieb einstellen, nachdem sich die Schienen über die zulässigen Toleranzen hinaus ausgedehnt hatten. Ersatzbusse verkehren, allerdings mit reduzierter Kapazität. Unternehmen mit Just-in-Time-Logistik oder Außendienst sollten ihre Lieferfenster und Homeoffice-Möglichkeiten während der anhaltenden roten Hitzewarnung neu bewerten. Der Österreichische Wetterdienst (ZAMG) prognostiziert für Teile von Burgenland und Steiermark bis Mitte der Woche Temperaturen über 35 °C, bevor eine Kaltfront Erleichterung bringen soll. Infrastrukturbetreiber warnen jedoch, dass sich durch die angesammelte thermische Belastung auch nach Abkühlung noch versteckte Schäden zeigen können, was bis weit in den Juli hinein zu wartungsbedingten Störungen führen dürfte. Für Mobilitätsmanager ist diese Episode eine deutliche Erinnerung daran, dass klimabedingte Ereignisse längst keine Randerscheinung mehr sind, sondern direkte Einflussfaktoren auf Reisekosten, Zuverlässigkeit von Fahrplänen und Mitarbeiterwohlbefinden. Unternehmen sollten ihre Krisenkommunikationsvorlagen um Hitzekrisen ergänzen und ihre Versicherungen auf Schäden durch temperaturbedingte Betriebsunterbrechungen überprüfen.
Quelle: The Local (Austria)