
Regionalflughafen-Manager in Österreich atmeten am 29. Juni auf, als Corendon Airlines bestätigte, im kommenden Winter die Freizeitstrecke Graz–Hurghada zu übernehmen. Eurowings hatte den Service kurzfristig eingestellt, was bereits verkaufte Pauschalreisen der Veranstalter gefährdete. Laut Aviation.Direct wird Corendon zweimal wöchentlich mit Boeing 737-800 fliegen, jeweils montags und mittwochs um 14:00 Uhr. Das Rote Meer ist seit langem das beliebteste Wintersonnenziel der Steiermark; eine Lücke im Direktangebot hätte Reisende auf zeitaufwändige Umsteigeverbindungen über Wien oder München verwiesen. Der Veranstalter ETI gibt an, dass bis zu 12.000 Pauschalreisende pro Saison auf diese Verbindung angewiesen sind. Mit dem Einstieg sichert sich Corendon nicht nur Sitzplatzverkäufe, sondern auch Markenpräsenz am viertgrößten Flughafen Österreichs, wo die Airline bereits im Sommer Kreta anfliegt. Aus Sicht des Mobilitätsmanagements zeigt der Fall die Verwundbarkeit der Anbindung von Regionalflughäfen: Die Abhängigkeit von einzelnen Strecken bedeutet, dass plötzliche Strategiewechsel der Airlines erhebliche Auswirkungen auf regionale Wirtschaften mit outbound-orientiertem Tourismus haben können. Wolfgang Grimus, Geschäftsführer des Flughafens Graz, verhandelt derzeit über eine mehrjährige Vereinbarung, um künftige Versorgungslücken zu vermeiden, und prüft Anreize wie reduzierte Landegebühren, die an Auslastungsziele gekoppelt sind, um den Service stabil zu halten. Passagiere müssen mit geänderten Produktstandards rechnen: Corendon verlangt Gebühren für aufgegebenes Gepäck und Bordverpflegung, die Eurowings in den Veranstaltertarifen inkludiert hatte. Reisebüros sollten daher die Gesamtkosten der Reise vergleichen und nicht nur die reinen Ticketpreise. Der Wechsel verdeutlicht auch die Bedeutung der Beobachtung von Sanktionen und Sicherheitshinweisen; obwohl die Resorts am Roten Meer in Ägypten weiterhin mit „hoher Vorsicht“ bewertet werden, sehen österreichische Veranstalter derzeit keine Hindernisse für Winterreisen. Analysten im europäischen Freizeitsegment erwarten weitere „musikalische Stühle“ bei Strecken, da Airlines in einem volatilen Kraftstoffpreisumfeld ihre Ertragslage verbessern wollen. Unternehmen mit Expat-Mitarbeitern, die über Regionalflughäfen pendeln, sollten Notfallpläne für mögliche Airline-Ausstiege bereithalten, inklusive reservierter Kapazitäten an alternativen Drehkreuzen.
Quelle: Aviation.Direct