
Ein heute veröffentlichter Research-Briefing der Library des House of Commons liefert die bislang klarste statistische Übersicht darüber, wie die Regierungspolitik den lukrativen internationalen Bildungsmarkt im Vereinigten Königreich verändert. Die Einschreibungen ausländischer Studierender erreichten 2022/23 mit 760.000 ihren Höchststand, sind seitdem jedoch um 10 % auf 686.000 zurückgegangen – bedingt durch strengere Sponsorenregeln, steigende Visagebühren und eine verkürzte Graduate Route. Indische Staatsangehörige bleiben mit 95.000 Neueinschreibungen in 2024/25 die größte Gruppe, ihre Zahlen sind jedoch bereits im zweiten Jahr in Folge rückläufig, während die Zahl der nigerianischen Studierenden um mehr als die Hälfte gesunken ist. Die Einschreibungen aus der EU brachen 2021/22 nach dem Verlust des Inlandsgebühren-Status um 53 % ein und gehen weiterhin leicht zurück. Der Bericht bestätigt die Befürchtungen der Branche, dass die im letzten Jahr angehobene Gehaltsuntergrenze für Angehörige von Skilled Workers sowie die Verkürzung der Graduate Route auf 18 Monate sich negativ auf die Rekrutierung auswirken. Die ab 2028/29 geplante International Student Levy wird voraussichtlich jährlich weitere 14.000 potenzielle Studierende abschrecken. Universitäten, die auf ausländische Studiengebühren zur Querfinanzierung von Lehre und Forschung angewiesen sind, stehen vor wachsenden finanziellen Herausforderungen; das Briefing zitiert Warnungen des Public Accounts Committee, dass einige Einrichtungen zu stark von Schwankungen der chinesischen Nachfrage abhängig sind. Für Arbeitgeber könnte der schrumpfende Pool an Absolventen die Konkurrenz um Post-Study-Work-Visa-Inhaber verschärfen. Mobility-Teams sollten die im Briefing enthaltene politische Zeitachse beachten, die ab September strengere Compliance-Anforderungen für Sponsoren und mögliche Obergrenzen bei der Rekrutierung unterhalb des Hochschulniveaus vorsieht. Sowohl Bildungseinrichtungen als auch Unternehmen, die Absolventen rekrutieren, wird geraten, Worst-Case-Szenarien für Visumsablehnungen und Compliance-Kosten durchzuspielen.
Quelle: House of Commons Library
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