
Die drei internationalen Drehkreuze der Schweiz – Zürich, Genf und der EuroAirport Basel – haben gemeinsam davor gewarnt, dass Passagiere während der Hauptreisezeit im Juli und August deutlich früher als üblich am Flughafen eintreffen sollten. Diese Empfehlung folgt auf einen Anstieg der Wartezeiten, der durch das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union verursacht wird. Flughafenvertreter erklären, dass die Kombination aus einer Rekordnachfrage im Freizeitverkehr und den zusätzlichen Schritten für Reisende außerhalb der EU/EFTA – Passscan, Gesichtserkennung und vier Fingerabdrücke pro Person – die Grenzkontrollen an stark frequentierten Tagen um bis zu eine Stunde verlängert hat. Zürich bittet Passagiere, „mindestens zwei Stunden“ vor Abflug vor Ort zu sein, während Genf „drei Stunden, besonders an Wochenenden“ empfiehlt. Basel warnt, dass selbst eine Ankunft zwei Stunden vor Abflug kaum Spielraum lässt, falls sich plötzlich lange Schlangen bilden. Im Hintergrund hat das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) Personal umverteilt und zusätzliche Selbstbedienungskioske installiert, doch die Flughäfen betonen, dass die Kapazitäten bereits ausgeschöpft sind. Branchenverbände befürchten, dass die Verzögerungen zu verpassten Anschlussflügen und Störungen im Flugplan führen könnten, was dem Ruf der Schweiz als Land mit nahtloser Vernetzung schaden würde. Reiseveranstalter raten Unternehmen, ihre mobilen Mitarbeiter entsprechend zu informieren, frühere Abflüge am Morgen zu buchen, wo möglich, und bei Verbindungen über die Schweiz zu weiteren Schengen-Zielen mehr Umsteigezeit einzuplanen. Fluggesellschaften berichten, dass auch Passagiere in Premium-Kabinen und mit Status – die oft als Erste die Passkontrolle passieren – in Engpässe geraten sind, was zeigt, dass Fast-Track-Spuren nur begrenzt Entlastung bieten, wenn das gesamte System langsamer wird. Für die Zukunft hoffen die Behörden, dass die geplanten Software-Updates für das EU-EES 2.0 und die Einführung der ETIAS-Reisegenehmigung, die nun für das vierte Quartal 2026 vorgesehen sind, die Abläufe wieder beschleunigen. Bis dahin müssen Reisende damit rechnen, dass die für die Schweiz typische Effizienz an der Grenze in diesem Sommer auf die Probe gestellt wird.
Quelle: The Local Switzerland