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Schlangen ziehen sich durch die Terminals: EES-„Albtraum“ erfasst Europa – was Schweizer Passagiere wissen müssen

Juli 3, 2026
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Schlangen ziehen sich durch die Terminals: EES-„Albtraum“ erfasst Europa – was Schweizer Passagiere wissen müssen
Nur einen Tag nachdem Branchenvertreter Alarm geschlagen hatten, überschwemmten Berichte aus erster Hand über den Zusammenbruch des Ein- und Ausreisesystems die sozialen Medien. Euronews-Reporter, die am 2. Juli Flughäfen in Brüssel, Madrid und – näher an der Heimat – Genf besuchten, fanden Familien, die drei bis vier Stunden warteten, während Nicht-EU-Besucher erstmals fingerabdruck- und fotografiert wurden. Airlines for Europe berichtet, dass seit April bereits fast 40.000 Reisenden die Einreise verweigert wurde, weil die neue Datenbank Dokumentenfehler sofort erkennt, die Beamte früher übersehen haben. Die Schweiz ist vollständig in das System eingebunden. Obwohl Schweizer und EU/EFTA-Bürger ihre schnellen E-Gate-Spuren behalten, werden sie dennoch aufgehalten, wenn Nicht-EU-Passagiere den Grenzbereich verstopfen. Der Flughafen Genf bestätigte, dass diese Woche mehrere Langstreckenflüge mit dutzenden freien Sitzen abflogen, weil Anschlussreisende noch in der Einwanderung festsaßen; die Crews mussten zwischen weiteren Verspätungen oder dem Schließen der Türen entscheiden. Das Drehkreuz Zürich verlegt während Spitzenzeiten Personal von der Sicherheitskontrolle zur Passkontrolle, räumt aber ein, dass die Warteschlangen während der Ausreisewelle Mitte Juli „deutlich über zwei Stunden“ erreichen könnten. Die Ursache des Problems ist die Kapazität. Jede erstmalige Registrierung dauert zwischen 90 Sekunden und drei Minuten, deutlich länger als der vorherige 20-Sekunden-Stempel. Viele Terminals verfügen nur über wenige biometrische Kioske und können vor den Renovierungen 2027 physisch nicht erweitert werden. Die Europäische Kommission betont, dass die Anfangsschwierigkeiten innerhalb von „ein bis zwei Jahren“ nachlassen werden, räumt aber ein, dass Flughäfen die Klausel nutzen könnten, die eine vorübergehende Aussetzung der biometrischen Erfassung erlaubt, wenn die Warteschlangen unkontrollierbar werden. Die Abteilungen für Geschäftsreisen geben neue Empfehlungen heraus: Nicht-EU-Besucher in der Schweiz sollten die Voranmeldeformulare der Fluggesellschaften sorgfältig ausfüllen, um manuelle Dateneingaben zu reduzieren; zwischen interkontinentaler Ankunft und Kurzstreckenanschluss sollten mindestens vier Stunden eingeplant werden; und das Personal sollte daran erinnert werden, dass die 90/180-Tage-Schengen-Grenze nun automatisch überwacht wird, mit Bußgeldern oder Einreiseverboten bei Überschreitungen. Die Fluggesellschaften drängen unterdessen Bern, in Brüssel ein gemeinsames Protokoll durchzusetzen, wann und wie biometrische Anforderungen ausgesetzt werden können. Mittelfristig planen die Schweizer Grenzbehörden, am Flughafen Zürich 80 und in Genf 30 zusätzliche Kioske zu installieren, finanziert teilweise durch das EU-Grenzmanagement- und Visainstrument, zu dem die Schweiz 323 Millionen CHF beiträgt. Bis dahin sollten sich Reisende – und die Unternehmen, die sie befördern – auf einen Sommer im Schneckentempo einstellen.
Quelle: Euronews

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