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Brüssel schließt vollständige Sommerpause des EU-Ein- und Ausreisesystems aus, behält aber biometrische „Pause“-Option bis September bei

Juli 8, 2026
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Brüssel schließt vollständige Sommerpause des EU-Ein- und Ausreisesystems aus, behält aber biometrische „Pause“-Option bis September bei
Spanische Flughäfen erhalten keine generelle Ausnahme vom neuen Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union, um die Airlines und Flughafenbetreiber gebeten hatten. Nach einem hochrangigen Treffen mit Branchenvertretern am 7. Juli erklärten Vertreter der Europäischen Kommission gegenüber Journalisten, dass eine vollständige Abschaltung der digitalen Grenzkontrollplattform in diesem Sommer „weder notwendig noch technisch machbar“ sei. Die Kommission bestätigte jedoch, dass Mitgliedstaaten – darunter Spanien – die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsbildern zu Spitzenzeiten bis zum Ende der Urlaubssaison weiterhin aussetzen dürfen.

Das im April 2026 eingeführte EES ersetzt den manuellen Passstempel für Drittstaatsangehörige durch ein automatisiertes Register biometrischer und biografischer Daten. Airlines wie Ryanair sowie Branchenverbände wie ACI Europe und A4E hatten vor „Schlangenchaos“ an spanischen Touristenflughäfen wie Málaga, Alicante, Palma und Teneriffa Süd gewarnt, falls das System in der Hochsaison nicht ausgesetzt werde. Madrid setzte sich für mehr Flexibilität ein, verzichtete jedoch auf eine formelle Ausnahmegenehmigung.

Die Kommissionsvertreter argumentieren, dass die bereits unter Artikel 23 der EES-Verordnung erlaubte begrenzte Aussetzung den Grenzbeamten ausreichend Spielraum biete, um Verkehrsspitzen zu bewältigen. Eine vollständige Abschaltung an einem Ausreisepunkt würde ihrer Ansicht nach rechtliche Inkonsistenzen verursachen, wenn derselbe Reisende an einem anderen Ort wieder einreist und kein entsprechender Ausreiseeintrag vorliegt. Zudem liege die Verantwortung bei den Flughafenbetreibern, „mehr in e-Gates, Mitarbeiterschulungen und Pre-Registrierungs-Apps zu investieren“, um den Passagierfluss zu optimieren.

Für spanische Unternehmen ist die Botschaft zwiespältig. Die teilweise biometrische Ausnahmeregelung sollte das Risiko verpasster Anschlussflüge für Nicht-EU-Geschäftsreisende und Konferenzteilnehmer verringern, doch Organisationen, die Mitarbeiter nach Spanien entsenden, müssen die anfängliche Fingerabdruckregistrierung weiterhin in ihre Reiseplanung einbeziehen. Reiseveranstalter raten Firmenkunden, Besucher darauf hinzuweisen, dass die erste EES-Kontrolle 10 bis 15 Minuten mehr Zeit an der Grenze in Anspruch nehmen kann – und sich, wo verfügbar, in der EU-App „EES Pre-Check“ vorab zu registrieren.

Mit Blick auf die Zukunft bekräftigte die Kommission, dass das EES direkt in das lange verzögerte Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS) einfließen wird, das nun für Anfang 2027 erwartet wird. Spanische Gastgewerbeverbände befürchten eine weitere Lernkurve; die Behörden versichern jedoch, dass nach der Erfassung der biometrischen Basisdaten die folgenden Grenzübertritte schneller ablaufen werden als mit dem alten manuellen Stempel.
Quelle: Europa Press

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