
Der Flughafenbetreiber AENA bestätigte am Montag, dass ab der Sommersaison 2027 an Spaniens zwei verkehrsreichsten Flughäfen Kapazitätsgrenzen nicht mehr nur nach Start- und Landebahnen, sondern auch nach Terminals und Verkehrstypen veröffentlicht werden. Mit dieser Maßnahme soll die Terminalüberlastung während der morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten reduziert werden, ohne das Gesamtwachstum des Verkehrs zu bremsen. Airlines, die in stark ausgelasteten Zeitfenstern zusätzliche Flüge anbieten möchten, werden ermutigt, ihre Flüge auf weniger frequentierte Zeiträume oder Terminals zu verlegen. Historische Slot-Rechte bleiben dabei erhalten, um die politisch heiklen Neuverteilungen zu vermeiden, wie sie an anderen stark ausgelasteten europäischen Flughäfen üblich sind. AENA betonte, dass dieser Plan eine Übergangslösung ist, bis das 10-Milliarden-Euro-Investitionspaket DORA 3 – das umfangreiche Terminalerweiterungen in Madrid und Barcelona umfasst – zwischen 2027 und 2031 umgesetzt wird. Für Mobilitätsmanager in Unternehmen ist die Ankündigung sowohl eine Warnung als auch eine Chance. Fluggesellschaften könnten Abflugzeiten verschieben, was Anpassungen der Reisepläne und engere Anschlusszeiten erfordert, doch die Umverteilung könnte auch Kapazitäten in Randzeiten erschließen, die kostengünstiger und weniger verspätungsanfällig sind. Reise-Management-Unternehmen empfehlen, jetzt kritische Routen zu analysieren und Flexibilitätsklauseln mit den Airlines vor dem im Herbst beginnenden Slot-Zuteilungszyklus zu verhandeln. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund einer starken Nachfrage: Madrid verzeichnete im Mai sechs Millionen Passagiere (+4,8 % im Jahresvergleich), Barcelona 5,5 Millionen (+6,4 %). Analysen der Sitzplatzkapazitäten zeigen für den Sommer 2026 einen Anstieg der Abflüge um 7 % bzw. 5,5 %, was die Dringlichkeit von Nachfragemanagement-Tools unterstreicht. Parallel drängen Wirtschaftsverbände AENA, Klarheit darüber zu schaffen, wie die Terminalquoten mit dem neuen biometrischen Ein- und Ausreisesystem (EES) der EU, das nächstes Jahr vollständig in Betrieb gehen soll, zusammenwirken, um zu verhindern, dass Engpässe bei der Passkontrolle die Vorteile der Slot-Optimierung zunichtemachen.
Quelle: Aviation Week