
Eine parteiübergreifende Untersuchung der französischen Nationalversammlung, veröffentlicht am 8. Juli, zieht eine scharfe Bilanz der bilateralen Grenzregelungen mit dem Vereinigten Königreich, die bis zu den ursprünglichen Sangatte-Abkommen von 1986 zurückreichen. Der 280-seitige Bericht wirft aufeinanderfolgenden französischen Regierungen vor, 34 Verträge und Abkommen mit „minimaler demokratischer Kontrolle“ durchgewunken zu haben, wodurch ein Flickenteppich entstanden sei, der die lokalen Behörden in Calais und Dünkirchen bei der Bewältigung der Migrationsströme überfordere. Wichtige Erkenntnisse zeigen, dass das Vereinigte Königreich seit dem Brexit 951 im Ärmelkanal abgefangene Personen zurückgeschickt hat, während es nur 935 über legale Migrationswege aufgenommen hat – Zahlen, die das Komitee als Beleg für eine „Einbahnventil“-Strategie wertet. Die Abgeordneten argumentieren, dass von Großbritannien finanzierte Sicherheitszäune und Technologien lediglich die Lager verlagert hätten, was sowohl die humanitären als auch die polizeilichen Kosten erhöhe. Warum das für die globale Mobilität wichtig ist: Der Bericht fordert eine Neuverhandlung der nebeneinanderliegenden Kontrollen in Dover und Calais, was möglicherweise das Ende der Vereinbarungen bedeuten könnte, die es britischen Beamten erlauben, Pässe auf französischem Boden zu kontrollieren. Eine umfassende Überarbeitung könnte die Fähr- und Zugverbindungen verlängern und damit Lieferkettenpläne sowie Pendlerströme beeinträchtigen. Logistics UK warnt, dass bereits eine fünfminütige Verzögerung bei der Lkw-Abfertigung zu 17 Kilometern Stau auf der M20 führen würde. Die französische Regierung hat bisher noch nicht offiziell reagiert, während Quellen im Innenministerium betonen, dass die aktuellen Abkommen „für beide Seiten vorteilhaft“ seien. Es wird erwartet, dass das Thema beim UK-Frankreich-Gipfel im November aufkommt, wo Wirtschaftsverbände für Maßnahmen werben werden, die den Handel ebenso wie die Sicherheit in den Vordergrund stellen.
Quelle: Le Monde (English edition)
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