
Die meistbefahrene Fernverkehrsstrecke der Schweiz zwischen Genf und Lausanne wurde am Montagmorgen nach einem tödlichen „Unfall mit Personenschaden“ auf den Gleisen zwischen Coppet und Gland komplett lahmgelegt. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB/CFF/FFS) setzten die IC1-, IR15-, IR90-, IR95- und RE33-Verbindungen für mehrere Stunden aus, was Zehntausende Pendler und Geschäftsreisende zwang, nach Alternativen zu suchen. Dreizehn Ersatzbusse wurden eingesetzt, um die 15 Kilometer lange Lücke zu überbrücken, doch die Kapazitäten waren schnell erschöpft und die Fahrzeiten verdoppelten sich. Der Korridor am Genfersee wird normalerweise in Spitzenzeiten alle paar Minuten von Zügen bedient und ist eine wichtige Verbindung für Grenzgänger, die zu den internationalen Organisationen in Genf und dem Life-Science-Cluster des Kantons Waadt pendeln. Logistikmanager multinationaler Unternehmen wie CERN, der Weltgesundheitsorganisation und Nestlé aktivierten Notfallpläne und rieten den Mitarbeitenden, von zu Hause aus zu arbeiten oder Meetings online abzuhalten. Hotels in der Nähe des Flughafens Genf verzeichneten einen Anstieg bei frühen Check-ins, da Reisende Unsicherheiten vermeiden wollten. Die SBB nahm den Teilverkehr kurz nach 12:30 Uhr wieder auf, warnte jedoch vor anhaltenden Verspätungen und Zugausfällen am Nachmittag. Der Betreiber betonte, dass digitale Tickets auf Umleitungsstrecken über Biel/Bienne oder die Jurafusslinie akzeptiert werden, obwohl diese Umwege mindestens 70 Minuten zusätzlich bedeuten. Auch der Güterverkehr war betroffen, da Frachtzüge außerhalb des Korridors zurückgehalten wurden, um die gestrandeten Personenzüge zu priorisieren. Für Mobilitätsteams unterstreicht der Vorfall die Bedeutung von Echtzeit-Reiseinformationen im ansonsten zuverlässigen Schweizer Bahnnetz. Arbeitgeber werden daran erinnert, dass das Schweizer Arbeitsrecht sie verpflichtet, zusätzliche Reisekosten bei „unvorhersehbaren“ Störungen im öffentlichen Verkehr zu erstatten. Die SBB-App ermöglicht es Reisenden, Push-Benachrichtigungen für ihren regelmäßigen Arbeitsweg einzurichten – ein Tool, das insbesondere für neu zugezogene internationale Mitarbeitende in der Schweiz empfehlenswert ist.
Quelle: Watson.ch
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