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Neues Ein- und Ausreisesystem der EU sorgt für lange Warteschlangen bei der Passkontrolle in Zürich

Juli 15, 2026
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Neues Ein- und Ausreisesystem der EU sorgt für lange Warteschlangen bei der Passkontrolle in Zürich
Reisende am Flughafen Zürich wurden am 14. Juli von einer ernüchternden Schlagzeile geweckt: „Neue EU-Regeln bremsen Passkontrolle“. Das Entry/Exit-System (EES) – ein zentraler Baustein des neuen EU-Pakets für smarte Grenzen – wurde diese Woche stillschweigend an den Schweizer Außengrenzen eingeführt, und die Folgen sind sofort spürbar. Beim EES werden die Pässe von Drittstaatsangehörigen beim ersten Eintritt in den Schengen-Raum gescannt, fotografiert und mit vier Fingerabdrücken verknüpft. Diese biometrische Erfassung soll künftig die Grenzübertritte beschleunigen und Überzieher identifizieren, doch die Erstregistrierung dauert deutlich länger als der herkömmliche Datumsstempel.

Der Flughafen Zürich, an Spitzentagen mit über 40.000 Nicht-EU-Passagieren, warnt vor „deutlich längeren Wartezeiten“ in der Juli-August-Hochsaison. Schweizer sowie EU/EFTA-Bürger sind kaum betroffen und können wie gewohnt die e-Gates nutzen. Geschäftsreisende aus Nicht-EU-Ländern hingegen müssen nun einen zusätzlichen administrativen Schritt einplanen, der enge Anschlussverbindungen zu Schweizer Zügen und Weiterflügen in Europa gefährden könnte. Die Kantonspolizei hat Personal an manuelle Kontrollstellen verlegt, und die Flughafenleitung bittet die Airlines, Premium-Passagiere daran zu erinnern, mindestens 45 Minuten für die Grenzformalitäten einzuplanen.

Neues Ein- und Ausreisesystem der EU sorgt für lange Warteschlangen bei der Passkontrolle in Zürich


Für globale Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Verbindungen, die bisher mit 60 Minuten Umsteigezeit in Zürich auskamen, benötigen nun möglicherweise 90 Minuten. Unternehmen, die Kurzzeitvisa für Entsandte organisieren, sollten zudem beachten, dass das EES automatisch jede Ein- und Ausreise erfasst und so das „Zurücksetzen“ der Schengen-Aufenthaltsdauer durch Grenzübertritte in Nachbarstaaten erschwert.

Blickt man voraus, ist die Einführung des EES eine Generalprobe für ETIAS, die elektronische Reisegenehmigung, die ab Ende 2026 oder Anfang 2027 für visumfreie Besucher – darunter Amerikaner und Briten – verpflichtend wird. Die aktuellen Engpässe in Zürich geben somit einen Vorgeschmack auf umfassendere Veränderungen in der Schweizer Grenzarchitektur, bei denen Technologie langfristig Effizienz verspricht, kurzfristig aber noch für Anlaufschwierigkeiten sorgt.
Quelle: Nau.ch

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