
Der Flughafen Zürich startete am Samstag mit einem Rekord von 110.000 abreisenden Passagieren in die Hauptreisezeit, wie Zahlen des Betreibers Flughafen Zürich AG zeigen. Die Check-in-Hallen waren ab der ersten Abflugwelle um 05:00 Uhr voll ausgelastet, und die Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle überschritten an mehreren Spitzenzeiten 40 Minuten, trotz der Öffnung aller Kontrollspuren. Dieser Anstieg spiegelt einen breiteren Trend wider: Die Nachfrage nach Freizeitflügen ab der Schweiz liegt inzwischen bei 106 % des Vorkrisenniveaus, während der ankommende Verkehr etwa 95 % erreicht. Die Fluggesellschaften haben für Juli und August 12 % mehr Sitzplätze ab Zürich angeboten, was Bodenabfertigungsdienste und Grenzpolizei zu verstärktem Personaleinsatz zwingt. Das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) warnte, dass das noch neue Ein- und Ausreisesystem (EES) bis zu 30 Sekunden pro Drittstaatsangehörigem benötigt, um biometrische Daten zu erfassen – was den Druck an den Passkontrollschaltern erhöht. Geschäftsreisemanager berichten von Auswirkungen auf Premium-Kunden und Tagesgeschäftsreisen: „Unsere in Zürich ansässigen Berater werden angewiesen, drei Stunden vor europäischen Flügen zu erscheinen statt wie üblich 90 Minuten“, sagt Martina Schneider, Mobilitätsverantwortliche bei einem internationalen Ingenieurbüro. Die Lufthansa Group-Tochter SWISS hat ausführliche FAQ veröffentlicht, in denen Passagiere aufgefordert werden, Gepäckanhänger vorab auszudrucken und Verzögerungen durch zu großes Handgepäck zu vermeiden. Der Flughafen Zürich hat 300 temporäre Mitarbeiter eingestellt, zeigt in seiner App Live-Wartezeiten an und eröffnete eine Pop-up-Früh-Check-in-Zone im angrenzenden Circle-Komplex. Dennoch rechnen Experten mit ähnlich hohen Passagierzahlen an den nächsten beiden Samstagen – zeitgleich mit gestaffelten Schulferien in den deutschsprachigen Kantonen. Für globale Mobilitätsprogramme lautet die klare Botschaft: Mehr Umsteigezeit einplanen, Fast-Track-Services nutzen, wo verfügbar, und Mitarbeiter darauf hinweisen, dass auch Inhaber biometrischer Pässe mit längeren Wartezeiten rechnen müssen, bis sich die EES-Abfertigung stabilisiert. Unternehmen, die Personal über Zürich rotieren, sollten zudem mögliche Probleme mit den Dienstzeiten der Crew im Blick behalten, da diese zu Verspätungen bei Anschlussflügen nach Nordamerika und Asien führen könnten.
Quelle: SWI swissinfo.ch