
Eine Serie von Abendgewittern, die über Nordschweiz hinwegzogen, hat den Flugverkehr am Flughafen Zürich erheblich beeinträchtigt. Rund 70 Abflüge und Ankünfte mussten gestrichen werden, weitere 30 Flüge wurden in Nachbarländer umgeleitet. Die Störungen erreichten ihren Höhepunkt am späten 13. Juli und dauerten bis in den Morgen des 14. Juli an, wodurch Hunderte von Passagieren über Nacht gestrandet waren, da Flugzeuge und Crews nicht mehr an ihrem vorgesehenen Standort waren. Besonders betroffen waren Swiss International Air Lines und Edelweiss, die Langstreckenflüge nach Seattle und Denver sowie mehrere Urlaubscharter zu Mittelmeerzielen verloren. Die strikte Nachtruhe ab 23:00 Uhr in Zürich verschärfte die Lage: Sobald wetterbedingte Verspätungen die Sperrzeit überschritten, waren Umleitungen oder Stornierungen unvermeidlich, was sich noch Tage später auf die Flugpläne auswirkte. Nach der EU-Verordnung 261 – die die Schweiz über das Schengen-Abkommen anwendet – sind Fluggesellschaften bei außergewöhnlichen Wetterbedingungen von der Zahlung von Entschädigungen befreit, müssen jedoch weiterhin Mahlzeiten, Unterkunft und Umbuchungen anbieten. Berichte von Passagieren deuten auf unterschiedliche Servicequalität hin: Einige wurden schnell umgeleitet, andere verbrachten die Nacht im Terminal. AirHelp, das Störungen verfolgt, zählt 100 betroffene Flüge und empfiehlt Reisenden, Belege aufzubewahren, um Ausgaben für die „Fürsorgepflicht“ erstattet zu bekommen. Da für den heißen Sommer 2026 in Europa weiterhin Gewitter prognostiziert werden, sollten Geschäftsreisende bei Reisen über Zürich Pufferzeiten einplanen, bevorzugt frühmorgendliche Abflüge wählen, die weniger von Gewittern betroffen sind, und Mitarbeiter darauf hinweisen, dass Reiseversicherungen mit „Verspätungsschutz“ die Lücke bei Entschädigungen nach der EU-Verordnung 261 schließen können.
Quelle: AirHelp