
Das thailändische Kabinett hat mit sofortiger Wirkung den visafreien Aufenthalt von 30 Tagen für Inhaber indischer Pässe wieder eingeführt und damit eine frühere Entscheidung, die langjährige Befreiung abzuschaffen, rückgängig gemacht. Tourismusminister Surasak Phancharoenworakul erklärte nach der Kabinettssitzung am 14. Juli, dass widersprüchliche Signale bezüglich des im Frühjahr vorgeschlagenen Plans bereits die Ankünfte aus Indien – dem drittgrößten Herkunftsmarkt Thailands – gedämpft hätten, was zu einer schnellen Kehrtwende in der Politik führte. Indische Touristen standen kurzzeitig vor der Aussicht, ein E-Visum oder ein Visum bei Ankunft beantragen zu müssen, was zusätzliche Kosten und bürokratischen Aufwand bedeutet hätte. Die Tourismusbranche befürchtete, dass preissensible Reisende dadurch zu Konkurrenzzielen wie Malaysia und Vietnam abwandern könnten. Mit der Wiedereinführung der Befreiung will Bangkok eine wichtige Zielgruppe stärken: Im Jahr 2025 besuchten fast 1,9 Millionen Inder Thailand und gaben laut der thailändischen Tourismusbehörde schätzungsweise 2,7 Milliarden US-Dollar aus. Für indische Unternehmen ist die Entscheidung ebenfalls von großer Bedeutung. Bangkok und Phuket haben sich dank umfangreicher Direktverbindungen aus Indiens Großstädten zu beliebten Zentren für regionale Meetings und Incentives entwickelt. Reiseleiter können nun wieder kurzfristige Delegationen ohne Visavorlaufzeiten organisieren. Fluggesellschaften könnten zudem ihre Pläne überdenken, die Flugfrequenzen zwischen Indien und Thailand für die bevorstehenden Fest- und Hochzeitssaisons – traditionell Hochphasen des Auslandsreiseverkehrs – zu erhöhen oder neu einzuführen. Die wiederhergestellte Befreiung bringt indische Reisende nun auf eine Stufe mit Bürgern von 59 weiteren Ländern, die ebenfalls 30 Tage visafrei einreisen dürfen. Bangkok betont, dass dies die Grenzprozesse vereinfachen soll, während die Einwanderungsbehörden weiterhin Überziehungen und illegale Arbeit kontrollieren können. Beamte erklärten, dass die Regelung bei „massivem Missbrauch“ erneut überprüft werden könne, was auf eine anhaltende Beobachtung von längeren Aufenthalten digitaler Nomaden und grauer Arbeitsmärkte hinweist. Reiseberater warnen Geschäftsreisende jedoch, dass bei der Ankunft Nachweise über Weiterreise und Unterkunft verlangt werden können und dass Ausreisen über Land nach Kambodscha, Laos oder Malaysia die 30-Tage-Frist nicht verlängern, sondern zurücksetzen. Wer längere Aufenthalte für Projekte plant, sollte die Bearbeitungszeiten für die entsprechenden thailändischen Arbeits- oder Langzeitvisa berücksichtigen.
Quelle: The Print (via Bloomberg)