
In einem 42-Sekunden-Statement in der Früh-ZIB am 17. Juli hat Österreichs EU-Kommissar Magnus Brunner (ÖVP, Ressort Budget & Verwaltung) erneut Druck gemacht, die seit 2015 immer wieder verlängerten temporären Grenzkontrollen zu Deutschland, Tschechien, Slowenien und Ungarn endlich auslaufen zu lassen. „Wir gefährden die Integrität des Schengen-Raums, wenn Ausnahmeregelungen zum Dauerzustand werden“, warnte Brunner. Österreich begründet die Kontrollen mit anhaltender irregulärer Migration auf der Balkanroute. Laut Innenministerium wurden sie zuletzt bis 15. September 2026 verlängert. Für Unternehmen bedeuten die Kontrollen weiterhin Wartezeiten für Lkw und Pendler – laut Wirtschaftskammer entstehen dadurch bis zu 27 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr durch Verzögerungen und logistische Umwege. Brunner erhält Rückendeckung von der EU-Kommission, die im neuen Schengen-Reformpaket strengere Kriterien für Verlängerungen vorsieht. Gleichzeitig drängen Bayern und Tirol auf eine „Verhandlungslösung“ beim Brenner-Transit, wo Tiroler Lkw-Fahrverbote in Rom und Brüssel auf Widerstand stoßen. Sollte Österreich die Kontrollen auslaufen lassen, müssten Unternehmen kurzfristig neue Compliance-Routinen einführen, etwa für die Entsendung von Drittstaatsangehörigen, die bisher auf Grenzpendler-Ausweise angewiesen waren. Reise- und Risikoanalysten erwarten, dass eine Aufhebung zunächst Testphasen mit stichprobenbasierten „Intelligent Checks“ umfassen wird. Bis dahin bleiben Aufenthalts- und Arbeitsvisa unverändert, Reiserouten für Servicetechniker und Lkw-Fahrer sollten jedoch weiterhin Zeitreserven von 30 bis 60 Minuten an den Hauptübergängen (Salzburg-Walserberg, Spielfeld, Drasenhofen) einplanen.
Quelle: ORF ZIB 7 (Video)