
Das Staatssekretariat für Migration (SEM) der Schweiz veröffentlichte am 16. Juli seine Monatsstatistik für Juni und zeigte, dass zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 9.734 Erstanträge auf Asyl eingingen – 1.907 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang um 16 % kehrt den zuvor stetigen Anstieg um, der nach der Aufhebung der meisten pandemiebedingten Beschränkungen zu verzeichnen war, und bringt die Antragszahlen wieder auf das Niveau von 2020. SEM-Vertreter führen den Rückgang vor allem auf weniger Ankünfte aus Afghanistan, der Türkei und Eritrea zurück, drei der wichtigsten Herkunftsländer der Schweiz in den letzten Jahren. Strengere Kontrollen an den EU-Außengrenzen im Rahmen des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) sowie bilaterale Rückführungsabkommen, die Ende 2025 abgeschlossen wurden, haben zudem sekundäre Wanderungsbewegungen in die Schweiz verlangsamt. Die Behörde betonte jedoch, dass Syrer mit 2.118 Anträgen weiterhin die größte einzelne Gruppe bilden, was die anhaltende Instabilität in der Region widerspiegelt. Für Arbeitgeber und kantonale Behörden sind diese Zahlen von Bedeutung, da sie die Planung der Kapazitäten in Aufnahmezentren, die Budgets für Sprachkurse und Programme zur Arbeitsmarktintegration beeinflussen. Der Bundesrat legt auf Basis der SEM-Prognosen eine jährliche Kreditlinie für die Asylinfrastruktur fest; der geringere Zustrom könnte Mittel für Qualifizierungsinitiativen freisetzen, die darauf abzielen, den chronischen Fachkräftemangel in den Bereichen IT und Gesundheitswesen zu lindern. Mobility-Manager in Unternehmen sollten beachten, dass die Entspannung im Asylsystem nichts an der strikten Trennung zwischen Schutz- und Arbeitsmigration ändert: Asylsuchende benötigen nach einer dreimonatigen Wartezeit weiterhin eine Arbeitserlaubnis des Kantons. Dennoch könnte die geringere administrative Belastung beim SEM die Bearbeitungszeiten sowohl für Asylverfahren als auch für Arbeitsbewilligungen von Drittstaatsangehörigen verkürzen und so die Planbarkeit globaler Einsätze verbessern.
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