
Das Staatssekretariat für Migration (SEM) der Schweiz hat seine Statistik für Juni 2026 veröffentlicht und zeigt eine deutliche Verlangsamung der Asylgesuche. Zwischen Januar und Juni wurden 9.734 Anträge registriert – 1.907 weniger als im gleichen Zeitraum 2025, ein Rückgang von 16 %. Im Juni selbst gab es 1.777 neue Gesuche, 436 weniger als im Vorjahr. SEM-Analysten führen den Rückgang auf geringere Bootsankünfte in Süditalien und einen starken Rückgang türkischer Antragsteller zurück, was die veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Bedingungen entlang wichtiger Migrationsrouten widerspiegelt. Afghanistan blieb dennoch das Hauptherkunftsland (456 Anträge), gefolgt von Eritrea, Algerien, der Türkei und Somalia. Etwa vier von zehn im Juni bearbeiteten Fällen führten zu einem Flüchtlingsstatus. Für Schweizer Arbeitgeber signalisiert die Statistik einen leicht reduzierten Druck auf die kantonalen Migrationsämter, die Arbeitserlaubnisse erteilen, sobald Asylsuchende Schutz erhalten. Weniger Rückstau sollte schnellere Entscheidungen für Unternehmen ermöglichen, die Flüchtlinge, die bereits in der Schweiz sind, einstellen möchten. Gleichzeitig steht der Bundesrat unter erneutem Druck von Wirtschaftsverbänden, qualifizierte Asylberechtigte gezielt in Mangelberufe zu lenken, insbesondere in der Gastronomie, im Gesundheitswesen und in der IT-Branche. Der Bericht hebt zudem verstärkte Rückführungsbemühungen hervor: Im Juni verließen 872 Personen die Schweiz, davon 527 freiwillig und 345 unter Begleitung. Die Grenzbehörden betonen, dass Rückführungen Unterbringungsplätze in den Bundesasylzentren freimachen, jedoch den Personalbedarf an Flughäfen und Grenzübergängen erhöhen. Logistikunternehmen, die begleitete Rückführungen organisieren, müssen daher kurzfristige Charterflüge und Wochenendoperationen einplanen. Blickt man voraus, warnt das SEM vor saisonalen Schwankungen – insbesondere einem möglichen Anstieg über das zentrale Mittelmeer –, die den Abwärtstrend umkehren könnten. Mobilitätsmanager in Unternehmen sollten daher die monatlichen Updates genau verfolgen; bei einem starken Anstieg könnten sich die Bearbeitungszeiten für humanitäre Aufenthaltsbewilligungen und ergänzende Arbeitserlaubnisse verlängern.
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