
Air China feierte am 20. Juli den Erstflug auf der Strecke Peking–Bischkek, der ersten direkten Passagierverbindung der Fluggesellschaft nach Kirgisistan. Der Flug CA893 startet nun jeden Montag, Freitag und Sonntag vom Flughafen Peking Capital und landet nach einer Flugzeit von 5 Stunden und 40 Minuten in Bischkek; der Rückflug in westlicher Richtung dauert dank der vorherrschenden Winde knapp fünf Stunden. Bei der Eröffnungszeremonie bezeichnete Chinas Botschafter Liu Jiangping die neue Verbindung als „eine neue Luftseidenstraße“, die Geschäftsreisen, Projektüberwachung und Tourismus entlang des Wirtschafts-Korridors China-Kirgisistan-Usbekistan deutlich erleichtern werde. Bisher mussten die meisten Reisenden Zwischenstopps in Urumqi, Almaty oder Istanbul einlegen, was die Gesamtflugzeit oft auf über 12 Stunden verlängerte. Chinesische Bau-, Bergbau- und Telekommunikationsunternehmen haben ihre Aktivitäten in Kirgisistan in den letzten Jahren verstärkt, und Berater für Standortwechsel berichten, dass die Nachfrage nach Mehrfacheinreise-Arbeitsvisa seit 2024 um das Dreifache gestiegen ist. Der neue Service ermöglicht es Einsatzleitern, am selben Tag zwischen Hauptsitz und Einsatzorten zu pendeln, was die Tagegeldkosten senkt und eine Evakuierungsoption bietet, die russischen Luftraum umgeht, falls sich geopolitische Spannungen verschärfen. Gleichzeitig profitieren kirgisische Obstexporteure und Textilgroßhändler von zusätzlicher Frachtraumkapazität nach Peking und über Interline-Abkommen zu Dutzenden weiterer chinesischer Städte. Air China bietet zur Einführung ein Freigepäck von 46 Kilogramm sowie spezielle Durchfahrttarife nach Shanghai und Guangzhou an, um den Auslands-Tourismus und den Studentenverkehr anzukurbeln. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Fluggesellschaft im Jahr 2026 bereits 22 internationale Strecken neu aufgenommen oder wieder aufgenommen hat, viele davon nach Zentralasien, in den Nahen Osten und nach Afrika – ein Zeichen für Chinas verstärkten Fokus auf Märkte des Globalen Südens angesichts der langsamen Erholung im transpazifischen Raum. Mobilitätsexperten sollten die Sitzplatzverfügbarkeit genau beobachten: Air China wechselt außerhalb der Hauptsaison meist von Airbus A330 auf kleinere A321LR, was die Verfügbarkeit von Business-Class-Plätzen bei Last-Minute-Buchungen einschränken könnte.