
Der Routen-Daten-Spezialist AeroRoutes gab am 20. Juli bekannt, dass Air China Flugpläne eingereicht hat, um das chinesische Heimflugzeug COMAC C919 ab dem 12. August bis zum 28. September auf der täglichen Verbindung CA 959/960 zwischen Beijing Capital (PEK) und Ulaanbaatar, Mongolei (UBN), einzusetzen. Der 1 Stunde 50 Minuten lange Flug wird damit zum ersten regulären internationalen Einsatz des C919, nachdem er im Mai 2025 sein Debüt im Inland gefeiert und regionale Charterflüge nach Hongkong absolviert hat. Die ersten Sitzpläne zeigen eine Zweiklassen-Konfiguration mit acht Business- und 156 Economy-Sitzen, identisch mit der Ausstattung auf der Strecke Beijing–Shanghai. Air China wird die beiden weiteren täglichen PEK–UBN-Flüge weiterhin mit Airbus A321neo bedienen, was Geschäftsreisenden eine Auswahl an Kapazitäten und Flugzeugtypen bietet. Brancheninsider berichten, dass die Kurzstrecke nach Mongolei wegen des flachen Geländes, stabiler Wetterbedingungen und bestehender bilateraler Genehmigungen ausgewählt wurde, um eine kontrollierte Erprobungsphase zu ermöglichen, bevor der C919 längere Strecken nach Seoul, Osaka oder Singapur in Angriff nimmt. Für Mobilitätsmanager hat dies eine doppelte Bedeutung: Erstens werden chinesische Fluggesellschaften voraussichtlich bis Jahresende weitere 25 C919 in Dienst stellen, was die inländische Sitzplatzknappheit lindern könnte, die die Preise für Entsandte in die Höhe getrieben hat. Zweitens werden internationale Regulierungsbehörden – darunter die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) – die grenzüberschreitende Performance des Typs genau beobachten; ein reibungsloser Betrieb könnte gegenseitige Zulassungen beschleunigen und die Routing-Optionen für Reiseprogramme erweitern. Unternehmen, die Mitarbeiter in die Mongolei entsenden – häufig aus den Bereichen Energie, Bergbau und Infrastruktur – sollten beachten, dass bei der Ankunft in UBN nun biometrische Daten von Erstbesuchern erfasst werden und dass Chinas visafreie Regelung nicht für mongolische Staatsbürger gilt. Passagiere auf dem C919 erleben denselben Kabinendruck wie in einer Boeing 787, was laut COMAC die Ermüdung bei frühen Flügen reduziert, die oft von Projektteams genutzt werden. Strategisch passt Pekings Bestreben, ein heimisch gebautes Flugzeug auf internationaler Bühne zu präsentieren, zu seinem Ziel, die Abhängigkeit von Airbus und Boeing zu verringern. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, ist 2027 mit einer Ausweitung des C919 auf weitere innerasiatische Strecken zu rechnen, was Reiseeinkäufern neue Verhandlungsspielräume bei den Tarifen, aber auch eine neue Variable bei Sicherheitsprüfungen bringt.
Quelle: AeroRoutes