
Eine neue Analyse, veröffentlicht am 22. Juli 2026 im britischen Fachmagazin TTG, zeigt, dass die Anfangsschwierigkeiten des EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) längst nicht mehr nur ein Problem für den Flughafenbetrieb sind – sie beeinflussen aktiv, wohin Österreicher ihren Sommerurlaub verbringen. Das im April vollständig eingeführte EES verlangt von jedem Nicht-EU-Besucher (darunter auch Briten, die für viele österreichische Ein- und Ausreiseprogramme eine wichtige Rolle spielen), bei der ersten Einreise an einer externen Schengen-Grenze Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto zu hinterlegen. Obwohl das System stärkere Sicherheit und automatische Hinweise bei Überziehungen der Aufenthaltsdauer verspricht, führen Personalmangel, Scanner-Ausfälle und langsame Erstregistrierungen zu längeren Warteschlangen an vielen Flughäfen auf dem Kontinent – darunter Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck.
Laut Advantage Travel Partnership sind Buchungen über österreichische Mitgliedsagenturen für traditionell beliebte Mittelmeerziele wie Palma de Mallorca und Malaga nur um 2 % im Jahresvergleich gestiegen, während die Nachfrage nach Griechenland und dem nicht-EU-Land Türkei um 11 % beziehungsweise 18 % zugenommen hat. Reisebüros nennen zwei Gründe: Griechenland hat die strengen biometrischen Kontrollen stillschweigend bis nach der Hochsaison verschoben, und die Türkei – außerhalb des Schengen-Raums – ist komplett EES-frei. „Familien ohne EU-Pässe fragen inzwischen aktiv, wie viele Fingerabdrücke ein Reiseziel verlangt“, scherzte ein Wiener Agent und verwies darauf, dass halbstündige Passkontroll-Warteschlangen bei knappen Anschlussverbindungen entscheidend sein können.
Auch der Geschäftsreisemarkt in Österreich ist alarmiert. Mehrere multinationale Unternehmen berichteten TTG, dass sie ihre Mitarbeiter anweisen, bei Transitflügen über EU-Drehkreuze längere Umsteigezeiten einzuplanen und mögliche Überstundenkosten für Fahrer einzuplanen, die Besucher an den Grenzkontrollstellen abholen. Der Flughafen Wien hat inzwischen 24 zusätzliche EES-Selbstbedienungskioske in Terminal 3 installiert und 40 temporäre Studenten mit Englisch- und Mandarin-Kenntnissen eingestellt, um die Registrierung zu beschleunigen. Doch Flughafen-COO Jürgen Suchanek warnt: „Die Hardware ist nicht der einzige Engpass – letztlich bestimmen die Personalstärken der nationalen Polizei die Durchlaufzeiten.“
In Brüssel erneuerten die Branchenverbände Airlines for Europe (A4E) und ACI Europe ihre Forderung nach einem sommerlichen Moratorium für die verpflichtende biometrische Erfassung bis September. Die Europäische Kommission reagierte am selben Tag mit dem Hinweis auf „eingebaute Flexibilität“, verzichtete jedoch auf die von Flughäfen und Wiens Tourismusorganisationen erhoffte generelle Aussetzung.
Für den Moment müssen sich österreichische Reisende und Arbeitgeber mit einem Flickenteppich an lokalen Ausnahmen arrangieren: Einige Flughäfen verzichten bei Anschlussreisenden auf die Fingerabdruckerfassung, andere nicht. Praktischer Tipp: Österreichische Firmen, die im August Besuche von Kunden aus Drittstaaten organisieren, sollten genau prüfen, ob die Reisenden die EU über Land-, See- oder Luftgrenzen betreten. Ist Wien der erste Schengen-Eintrittspunkt, sind Voranmeldungen in begrenztem Umfang auf der Abflugebene des Flughafens möglich; andernfalls empfiehlt sich eine Route über Athen, wo bis Mitte September noch manuell gestempelt wird.
Laut Advantage Travel Partnership sind Buchungen über österreichische Mitgliedsagenturen für traditionell beliebte Mittelmeerziele wie Palma de Mallorca und Malaga nur um 2 % im Jahresvergleich gestiegen, während die Nachfrage nach Griechenland und dem nicht-EU-Land Türkei um 11 % beziehungsweise 18 % zugenommen hat. Reisebüros nennen zwei Gründe: Griechenland hat die strengen biometrischen Kontrollen stillschweigend bis nach der Hochsaison verschoben, und die Türkei – außerhalb des Schengen-Raums – ist komplett EES-frei. „Familien ohne EU-Pässe fragen inzwischen aktiv, wie viele Fingerabdrücke ein Reiseziel verlangt“, scherzte ein Wiener Agent und verwies darauf, dass halbstündige Passkontroll-Warteschlangen bei knappen Anschlussverbindungen entscheidend sein können.
Auch der Geschäftsreisemarkt in Österreich ist alarmiert. Mehrere multinationale Unternehmen berichteten TTG, dass sie ihre Mitarbeiter anweisen, bei Transitflügen über EU-Drehkreuze längere Umsteigezeiten einzuplanen und mögliche Überstundenkosten für Fahrer einzuplanen, die Besucher an den Grenzkontrollstellen abholen. Der Flughafen Wien hat inzwischen 24 zusätzliche EES-Selbstbedienungskioske in Terminal 3 installiert und 40 temporäre Studenten mit Englisch- und Mandarin-Kenntnissen eingestellt, um die Registrierung zu beschleunigen. Doch Flughafen-COO Jürgen Suchanek warnt: „Die Hardware ist nicht der einzige Engpass – letztlich bestimmen die Personalstärken der nationalen Polizei die Durchlaufzeiten.“
In Brüssel erneuerten die Branchenverbände Airlines for Europe (A4E) und ACI Europe ihre Forderung nach einem sommerlichen Moratorium für die verpflichtende biometrische Erfassung bis September. Die Europäische Kommission reagierte am selben Tag mit dem Hinweis auf „eingebaute Flexibilität“, verzichtete jedoch auf die von Flughäfen und Wiens Tourismusorganisationen erhoffte generelle Aussetzung.
Für den Moment müssen sich österreichische Reisende und Arbeitgeber mit einem Flickenteppich an lokalen Ausnahmen arrangieren: Einige Flughäfen verzichten bei Anschlussreisenden auf die Fingerabdruckerfassung, andere nicht. Praktischer Tipp: Österreichische Firmen, die im August Besuche von Kunden aus Drittstaaten organisieren, sollten genau prüfen, ob die Reisenden die EU über Land-, See- oder Luftgrenzen betreten. Ist Wien der erste Schengen-Eintrittspunkt, sind Voranmeldungen in begrenztem Umfang auf der Abflugebene des Flughafens möglich; andernfalls empfiehlt sich eine Route über Athen, wo bis Mitte September noch manuell gestempelt wird.
Quelle: TTG Media