
Italiens Hauptreisezeit im Sommer wurde am Freitag durch einen 24-stündigen Bahnstreik erheblich gestört, der von 21:00 Uhr am 23. Juli bis 20:59 Uhr am 24. Juli 2026 große Teile des Netzes lahmlegte. Der Ausstand, organisiert von den Basisgewerkschaften CUB Trasporti und SGB, richtete sich gegen den staatlichen Betreiber Trenitalia, den Regionalanbieter Trenord sowie Italo und den Güterverkehrsbetreiber Mercitalia. Der Betrieb wurde nur während der gesetzlich geschützten Stoßzeiten (06:00–09:00 und 18:00–21:00 Uhr) aufrechterhalten. In der Lombardei strich Trenord etwa zwei Drittel seiner Regionalzüge außerhalb dieser Zeitfenster. Der Malpensa Express zum Flughafen Mailand wurde durch Ersatzbusse ersetzt, was die Fahrzeit um bis zu 50 Minuten verlängerte. In Neapel kam es bei ankommenden Hochgeschwindigkeitszügen zu Verspätungen von bis zu 90 Minuten, während die Abfahrten weitgehend planmäßig blieben. Der Güterverkehr im Logistikzentrum Quadrante Europa in Verona kam nahezu zum Erliegen, was Logistikunternehmen zwang, dringende Sendungen auf teure Straßentransporte umzuleiten. Die Gewerkschaften fordern strengere Sicherheitsprotokolle nach einer Reihe von Arbeitsunfällen und protestieren gegen die ihrer Ansicht nach zunehmende Auslagerung von Wartungs- und Borddiensten. Die FS-Gruppe entgegnet, jährlich bereits 12 Milliarden Euro in Netzmodernisierung und Fahrzeugerneuerung zu investieren, und wirft den Streikorganisatoren vor, den Termin bewusst auf den letzten Freitag vor dem traditionellen Ferragosto-Reiseansturm gelegt zu haben, um maximale Unannehmlichkeiten zu verursachen. Für Mobilitätsmanager verdeutlicht der Streik die Verwundbarkeit von Geschäftsreisen, die auf das normalerweise zuverlässige Hochgeschwindigkeitsnetz Italiens angewiesen sind. Unternehmen mit zeitkritischen Besuchen oder Kundenterminen am 24. Juli mussten kurzfristig Mietwagen organisieren; einige multinationale Firmen aktivierten Homeoffice-Lösungen für überregionale Mitarbeiter. Der Ausstand macht zudem deutlich, wie wichtig es ist, die vom Verkehrsministerium veröffentlichten „scioperi“-Kalender zu prüfen und mögliche Streiks in Einsatzplänen und Serviceverträgen mit Umzugsdienstleistern zu berücksichtigen. Obwohl CUB und SGB für August keinen weiteren Bahnstreik angekündigt haben, wird darauf hingewiesen, dass die Gewerkschaften ihren Protest mit dem branchenübergreifenden Aktionstag am 24. Juli verbinden, der Teile des Nahverkehrs und der Schifffahrt betrifft. Arbeitgeber sollten daher die Ankündigungen während der Ferienzeit genau beobachten.
Quelle: Rai News / ANSA composite