
Die britischen Einwanderungsbehörden haben ihre Entscheidung revidiert und dem ehemaligen Vorsitzenden der Demokratischen Partei Hongkongs, Wu Chi-wai, erlaubt, für sechs Monate als Besucher im Vereinigten Königreich zu bleiben. Damit endet eine einwöchige Saga, die die Unsicherheiten für prominente Reisende aus Hongkong verdeutlicht. Wu, einer der 47 Oppositionspolitiker, die unter dem Nationalen Sicherheitsgesetz Hongkongs von 2020 verfolgt werden, kam am 22. Juli am Londoner Flughafen Heathrow an, erhielt jedoch zunächst nur eine siebentägige „Einwanderungshaft“. Menschenrechtsorganisationen warnten, dass eine Abschiebung seine Rechte auf Presse- und politische Freiheit untergraben würde. In einem Schreiben vom 27. Juli bestätigte das Innenministerium, dass Wus Aufenthaltsstatus auf eine reguläre sechsmonatige Einreisegenehmigung hochgestuft wurde, was ihm ermöglicht, sich mit seiner Familie zu treffen und Anwälte wegen eines möglichen BN(O)-Visumantrags zu konsultieren. Für Mobility-Manager ist der Fall eine Erinnerung daran, dass trotz des großzügigen BN(O)-Programms des Vereinigten Königreichs an der Grenze weiterhin eine Einzelfallprüfung gilt. Führungskräfte, die nach längerer Haft oder laufenden Gerichtsverfahren in Hongkong reisen, sollten vollständige Nachweise über den Zweck ihres Besuchs und gegebenenfalls ihre BN(O)-Berechtigung mitführen. Der Fall wirft auch Fragen auf, wie andere Länder mit politisch exponierten Reisenden aus Hongkong umgehen könnten. Kanada und Australien bieten ähnliche humanitäre Visawege an und könnten ähnliche Fälle erleben. Unternehmen, die Mitarbeiter über BN(O)- oder andere Programme umsiedeln, sollten diese vorab auf mögliche Zulassungsprobleme prüfen und zusätzliche Zeit für Nachkontrollen einplanen. Wus Anwälte geben an, dass er sich in den nächsten Wochen erholen wird, bevor er über eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung entscheidet. Das Innenministerium wollte nicht kommentieren, ob die Entscheidung eine politische Richtungsänderung signalisiert, und betonte lediglich, dass Einreiseentscheidungen „auf der Grundlage der individuellen Umstände jedes Einzelfalls“ getroffen werden.
Quelle: Associated Press